Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Die Qualität diagnostischer Proben

30.8.2010

Erkennen der Qualität von Blutseren mittels Farbklassifikation

In der medizinischen Labordiagnostik von Blutproben fallen heute große Probenmengen an. Jede eingetroffene Probe wird sofort oder (bei Blutproben) nach der Zentrifugation visuell geprüft und eine wahrgenommene potentiell störende Verfärbung oder Trübung im Laborjournal und im Befund festgehalten. Einige dieser Störgrößen können in der präanalytischen Phase durch farbliche Veränderungen erkannt werden. Eine Auswertung der Probe und Interpretation der Analysedaten macht nämlich nur Sinn, wenn das durch Zentrifugieren gewonnene Serum von guter Qualität (unauffällig) ist. Auswertbare Seren sind dadurch gekennzeichnet, dass keine mit dem bloßen Auge erkennbare Anomalie des Serums vorliegt. Solche Anomalien können durch in-vivo-Einflüsse entstehen, die von der Physiologie des Patienten abhängig sind oder durch in-vitro-Einflüsse, die durch Fehler bei der Blutentnahme, dem Zentrifugieren der Probe oder der Handhabung der Probe entstehen.

Die qualitative Untersuchung der Seren unterscheidet Störungen durch Hämolyse (z.B. durch Zerfall anderer Blutzellen), Trübungen (Lipämie) und Bilirubin (Ikterus - nach mir vorliegenden Textauszügen häufiger bei klinischen Patienten aus dem intensivmedizinischen, gastroenterologischen und chirurgischen Bereich). Die Störungen werden im Befund mitgeteilt z.B. als hämolytisch, ikterisch , trüb, opaleszent (beginnende Trübung/halbdurchsichtig), lipämisch.

Bei vermehrter Zufuhr von Karotin oder Karotinoiden könnte die Einschätzung "ikterisch" auch auf einem Irrtum beruhen.

Es gibt bedingt durch Hilfsmittel noch eine genauere Klassifikation , bei der das Serum in eine der Klassen "gut" (G), "leicht hämolytisch" (H1), "hämolytisch" (H), "ikterisch" (I) oder "lipämisch" (L) klassifiziert wird. Proben der Klassen G und H1 können weiter untersucht werden, Proben der Klassen H, I und L müssen ausgeschieden werden.

Ist die Probe als gut klassifiziert, wird sie noch auf das Vorhandensein von Verklumpungen (clots) untersucht.

August 2010



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