Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Nagalase

03.9.2011

Nagalase ist ein künstlicher Begriff. Der eigentliche Begriff ist Alpha-N-Acetylgalactosaminidase.

Krebszelle bilden ein Enzym, das alpha-N-acetylgalactosaminidase oder Nagalase genannt wird. Dieses Enzym blockiert die Aktivierung des GcProteins zu Gc-MAF vollständig.
(Anmerkung:Das Gc-Protein, auch „Vitamin-D bindendes Eiweiß“ genannt, findet man normalerweise im menschlichen Serum. Es ist inaktiv. Wird es aktiviert, löst es weitere Aktivitäten bei den Makrophagen, den Freßzellen aus.) Sobald das GcProtein durch spezifische Enzyme der B-T-Lymphozyten aktiviert ist, wird es GcMAF genannt.
Nagalsae verhindert die Aktivierung der Makrophagen genauer gesagt, es unterbindet deren Fähigkeiten, Tumorzellen abzutöten, so dass sie auf diese Art und Weise der Erkennung und Zerstörung durch das Immunsystem entkommen können. Die fehlende Aktivierung von Makrophagen erklärt auch, so ist bei Dr. Douwes zu lesen, warum Krebspatienten in fortgeschrittenen Stadien zu Infektionen neigen und viele dann auch an schweren Infektionen sterben. Je mehr der Krebs fortschreitet, umso höher wird die Aktivität der Nagalase. Hohe Nagalasewerte sind daher ein Maß für die tatsächliche Tumorlast.

Das dkfz schrieb zum Thema am 14. Jan. 2008:

Makrophagen, Mitglieder der zellulären Immunabwehr, sind bei Brustkrebspatientinnen oft in ihrer Funktion eingeschränkt. Der Grund dafür: Das von Tumorzellen abgegebene Enzym Nagalse inaktiviert das Vorläufermolekül des so genannten "Makrophagen aktivierenden Faktors" (MAF). Nobuto Yamamoto und Kollegen behandelten Brustkrebspatientinnen mit einer hochwirksamen Variante von MAF, GcMAF, und konnten damit deren Makrophagen gegen die Tumoren aktivieren. Mit dem Abtöten der Tumorzellen geht ein Rückgang an Nagalase einher, was wiederum die Aktivität des körpereigenen MAF steigert. Schließlich sank der Nagalase-Spiegel auf das Niveau von gesunden Kontrollpersonen. Die Patientinnen blieben vier Jahre lang rezidivfrei. Nach Meinung der Autoren könnte GcMAF, das keine schweren Nebenwirkungen auslöst, das Spektrum an Therapieoptionen bei Brustkrebs erweitern.

Yamamoto et al. Immunotherapy of metastatic breast cancer patients with vitamin D-binding protein-derived macrophage activating factor (GcMAF) DOI: 10.1002/ijc.23107

Mehr zum Thema finden Sie unter
Nagalase Labor und
Gc MAF1
Dr. Douwes informiert
Immuntherapie mit GcMAF bei metastasiertem Brustkrebs
Structurally well-defined macrophage activating factor derived from vitamin D3-binding protein has a potent adjuvant activity for immunization - Yamamoto and Naraparaju

September 2010



Zurück