Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Welche Medikamente hemmen Testosteron

20.12.2011

Der Entzug des männlichen Geschlechtshormones (=Testosterons) führt zur Rückbildung, nicht nur der gesunden Prostata, sondern auch des Prostatakarzinoms. Der Entzug kann durch Entfernen des Hauptproduktionsortes des Testosterons (Hodenentfernung=Orchiektomie), durch medikamentöse Hemmung der Hormonbildung auf Ebene des Hypothalamus (LhRh-Analoga-Gabe) oder durch Blockade der Hormonrezeptoren (Androgenrezeptorblocker) erfolgen. Die Hormonentzugstherapie mit Medikamenten kann andauernd (=permanent) oder mit Pausen (=intermittierend) erfolgen. Sie kann als Einzeltherapie (nur LhRH-Analogon-Gabe oder nur Gabe eines Androgenrezeptorblockers) oder in Kombination (=komplette Androgenblockade) durchgeführt werden.

Häufig verordnete Medikamente sind:

Wirkstoff/Eingriff Medikament Wirkungsort Wirkmechanismus Besonderheiten
Orchiektomie - Hodenentfernung Operativer Eingriff Psychologische Probleme
LHRH-Agonist Goserelin (Zoladex)
Leuprorelin (Enantone, Trenantone, Eligard)
Buserelin (Profact)
Hypophysenvorderlappen Reduktion von LH Flare-up-Problem
GnRH-Antagonisten ...(Abarelix, Plenaxis, Degarelix) Hypophysenvorderlappen direkte Hemmung von GnRH-Rezeptoren allergische Reaktionen an Einstichstelle
Antiandrogen Bicalutamid (Casodex und andere)
Flutamid (Flutamid, Fugerel)
Cyproteronacetat (Androcur)
Prostata nicht steroidale Blockade des Androgenrezeptors
steroidale Blockade des AR,
Gynäkomastie, kardiale Gefahren;
Leberenzymanstieg, Durchfall
Nebennieren Ketokonazol(Nizoral) Nebennieren Vermindert Androgensynthese Kortisonsubstitution erforderlich
Östrogene Fosfestrol, Distylbene Hypothalamus und Hypophyse hemmt LH in der Hypophyse und sekundär Sekung des Testosteronspiegels kardiovaskuläre Gefahren (Thromboembolierisiko); Einatz als second-line-Medikament
5-alpha-Reduktase-Hemmer Finasterid (Prosca)
Dutasterid (Avodart)
Prostata Verhindert Bildung von Dihydrotestosteron (DHT) aus Testosteron Prophylaxe, Halbierung des PSA-Levels


Ergänzung:
Rezidivtherapie und fortgeschrittenes PCa
Testosteron wirkt PCa stimulierend, daher sollte dieser Wert auch bestimmt werden.

1. Hormonentzug durch Orchiektomie
2. Hormonentzug mit einem (LHRH) GnRH-Analogon (z.B. Trenantone oder Eligard)
3a. Hormonentzug mit einem steroidalen Antiandrogen (Andocur = Cyproteronacetat)
3b. Hormonentzug mit einem nicht-steroidalen Antiandrogen (z.B. Casodex = Bicalutamid)
4. Hormontherapie mit zwei Medikamenten (z.B. GnRH + AA)
5. Hormontherapie mit drei Medikamenten (z.B. GnRH+AA+5Alpha- Redukatase-Hemmer z.B. Proscar oder Avodart)
6a. Hormontherapie mit vier Medikamenten (z.B. GnRH + AA+ 5ARH + Dexamethason zur Reduz. von Testo aus Nebennieren)
6b. Hormontherapie mir vier Medikamenten (z.B. GnRH + AA + 5 AlphaRH + Prolaktinhemmer Dostinex)
7. Hormonentherapie mit Östrogenen (siehe second-line-therapy)

siehe auch Was ist State of art bei der Absenkung von PSA und Testosteron? auf dieser Webseite in der Rubrik:Service und Downloads.

und weiter siehe auch (allein schon wegen der Nebenwirkungen) Östrogenpräparate

letzte Aktualisierung im September 2010/Dezember 2011


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