Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bondronat Expertenhinweise zur Therapie

06.9.2010

Was sagt der Hersteller:
Bondronat (Ibandronat) ist ein hochwirksames stickstoffhaltiges Bisphosphonat der dritten Generation. Zweijährige klinische Studien mit Bondronat zeigten eine signifikante Reduktion der skelettbezogenen Komplikationen sowie eine signifikant rasche und nachhaltige Schmerzlinderung

Aus einem Protokoll zu einer Expertensprechstunde mit Prof. Dr. med. Ingo J. Diel, Mannheim, zum Thema Knochenmetastasen (allerdings ging es hier um Knochenmetastasen im Gefolge von Brustkrebs, der aber, wie wir wissen, als hormonsensibler Krebs sich ähnlich verhält wie unser Prostatakrebs)

Frage:
Wie lange darf oder sollte man Bondronat nehmen? Kurmäßig oder dauerhaft? Gibt es darüber Studien, was besser ist?
PROF. DIEL:
Bei manifesten Knochenmetastasen sollte man Bondronat dauerhaft verabreichen. Es gibt unter den Experten einen Konsens, dass die Therapie solange durchgeführt wird, solange Knochenmetastasen vorhanden sind. Unklar ist, wie lange Bondronat zur Prävention von Knochenmetastasen verabreicht werden soll. Auch hier spricht manches dafür, dass eine Behandlung, die über mehr als zwei Jahre hinausgeht, sinnvoll ist. Für diese Aussage gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Beweis, sondern nur Expertenmeinungen.

Wenn nach einer Nierentransplantation die Niere geschont werden soll, empfehle ich Bisphosphonate in Tablettenform oder nierensichere intravenöse Bisphosphonate (z. B. Bondronat)

Frage:
Warum soll man bei der Einnahme von Bondronat sitzen oder stehen, warum muss man das wenigstens eines Stunde lange?
PROF. DIEL:
Man muss nach der Einnahme (mit einem Schluck Leitungswasser) eine Stunde nüchtern bleiben, da sonst die Aufnahme des Bisphosphonats behindert werden kann (insbesondere durch calciumhaltige Speisen und Getränke, z. B. Milch, Käse u. a.). Es wird empfohlen, die Tabletten morgens aufrecht einzunehmen, weil bei manchen Patientinnen, die eine Schwäche der Magen-Verschluss-Muskulatur haben (z. B. Reflux-Erkrankung), Bisphosphonate wieder in die Speiseröhre gelangen und dort zu schmerzhaften Entzündungen führen. Das kann bei aufrechter Einnahme vermieden werden. Diese Beschwerden treten typischerweise bei Clodronat-Tabletten extrem selten auf.

Frage:
Was passiert bei einer Überdosierung? Kann ein Knochen zu viel Calcium aufnehmen?
PROF. DIEL:
Eine Überdosierung mit Bisphosphonaten ist extrem untypisch. Eine Verringerung des Calciumgehaltes im Blut könnte vorübergehend auftreten. Die einzig wirkliche Gefährdung durch eine Überdosierung kann durch intravenöse Bisphosphonate hervorgerufen werden, die die Niere schädigen. Auch hier kann ich nur auf die Anwendung von nierensicheren Bisphosphonaten, wie Bondronat oder Bisphosphonaten in Tablettenform hinweisen.

Frage:
Macht es Sinn, Bondronat prophylaktisch als Knochenschutz einzunehmen?
PROF. DIEL:
Wir wissen, dass Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko besonders von einer prophylaktischen Behandlung mit Bisphosphonaten profitieren. Ees gibt zwei Studien, die eine vorbeugende Wirkung belegen. Beide Studien wurden mit Clodronat in Tablettenform (Bonefos, Ostac o. a.) durchgeführt.

September 2010


Schlagwörter:


Zurück