Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Wie lange überlebt man ein ossär metastasierendes Prostatakarzinom?

08.9.2010

siehe Bisphosphonat Therapie 1. Absatz

M.E. kann man die Frage aber so wie sie gestellt ist, nicht im Raum stehen lassen.

Die Zellen des Prostatakarzinoms können über lokale Tumorausbreitung, das lymphatische System oder vaskulär über das Gefäßsystem metastasieren. Zellen, die sich vaskulär ausbreiten, metastasieren am häufigsten in das Skelettsystem, seltener in die Lunge, Leber oder das Gehirn. Knochenmetastasen werden in bis zu 80% der Patienten gefunden, die an einem disseminierten (gestreuten) Prostatakarzinom verstarben. Knochenmetastasen bei Prostatakrebs sind in der Regel osteoblastische Metastasen im Gegensatz zu osteolytischen Metastasen, obwohl beide Arten auftreten können.

Eine Studie an der Uniklinik in Münster zeigte, dass hohe PSA-Konzentrationen von über 100 ng/ml nicht zwangsläufig bedeutet, dass Knochenmetastasen vorhanden sind. 54,3% der Patienten mit einer PSA-Konzentration über 100 ng/ml in einer Studiengruppe hatten Knochenmetastasen, jedoch hatten auch 4,1% der Patienten ohne Knochenmetastasen eine PSA-Konzentration über 100 ng/ml.

Und auch das sollte gewußt werden: Bei der Versorgung von Knochenmetastasen gibt es bis auf wenige Ausnahmen, wo es um gravierende Probleme mit der LWS geht, keine Notfällen.

Natürlich sind Metastasen i.d.R. Ausdruck eines finalen Tumorleidens. Und je ausgedehnter der Skelettbefall ist, desto schlechter ist die Prognose für ein Langzeitüberleben. Allein schon deshalb ist es von Bedeutung, einen frühen Ausgangsbefund zu haben, um im Follow-up (in der Nachbeobachtung) der Erkrankung möglicherweise auftretende suspekte Mehranreicherungen richtig und auch rechtzeitig beurteilen zu können.

Patienten mit Knochenmetastasen zeigen im Gegensatz zu Frauen mit viszeralen Metastasen eine relativ gute Prognose. Knochenmetastasen gehen mit einer hohen Rate an Skelettkomplikationen einher. Durch die relativ gute Prognose haben diese Patienten mit ausschließlich Knochenmetastasen einen langen Leidensweg mit vielen skelettalen Komplikationen vor sich. Prof. Dr. Erich-Franz Solomayer, Tübingen, 2006 auf dem 26. jahrestag für Senologie.
Das 1-Jahresüberleben beträgt nach den mir vorliegenden Unterlagen der Uniklinik Ulm (RKU) bei durch PCa hervorgerufene Knochenmetastasen im LWS-Bereich bei 83%.
Abhängig ist eine Prognose im allgemeinen von Einflüßgrößen wie Art des Primärtumors, Allgemeinzustand des Betroffenen und Ausmaß der Metastasierung und immer eine Sache des Einzelfalls.

Voraussetzung für ein Langzeitüberleben bei PCa und Metastasen sind
- minimaler Krankheitsnachweis
- niedriger PSA-Wert
- niedrige Gleason-Summe
- guter Allgemeinzustand
- keine Knochenschmerzen
- eine lange PSA-Verdopplungszeit


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