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Interferon-Therapie

13.9.2010

Interferone sind Zellhormone oder so genannte Zytokine. Heute weiß man, dass die Interferone nicht nur von virusinfizierten Zellen als eine Art "Hilferuf" an das Immunsystem freigesetzt werden. Die verschiedenen Interferone spielen auch bei vielen anderen Abwehrmechanismen als Signalstoffe eine Rolle. Sie aktivieren Zellen des Immunsystems und sie sorgen dafür, dass kranke Zellen "markiert" werden.

Frau Dr. med. Jutta Hübner, Chefärztin Onkologie schreibt dazu:
Interferone gehören zu den sog. Zytokinen, dies sind Botenstoffe im Entzündungsstoffwechsel. Zytokine werden hauptsächlich von den Immunzellen des Blutes gebildet. Es sind hoch wirksame Substanzen, die bereits in geringsten Konzentrationen wirken und bei der Therapie verschiedener Krebserkrankungen eingesetzt werden. Eine Therapie mit Interferon-alpha sollte nur unter enger Kontrolle durch einen hiermit erfahrenen Arzt erfolgen. Frau Dr. Hübner weist auch auf die Nebenwirkungen einer Interferon-Therapie hin. (Anmerkung: Die scheinen, wenn ich die lange Liste richtig gelesen habe, nicht unerheblich zu sein.)

(2010) Der Immunbotenstoff Interferon alpha erweckt schlafende Blutstammzellen im Knochenmark aus ihrem dauerschlaf zur Aktivität und macht sie dadurch für die Wirkung vieler Medikamente angreifbar. Dies veröffentlichten Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum gemeinsam mit Kollegen aus Lausanne in der Zeitschrift Nature. Der Dauerschlaf ist sozusagen ein wichtiger Schutzmechanismus der Stammzellen:
Erstens bewahren sie so ihr Erbgut vor Genveränderungen, die sich vor allem während einer Zellteilung ereignen. Darüber hinaus entgehen sie im Schlaf auch der Attacke vieler Zellgifte, die nur auf sich teilende Zellen wirken.

Die Forscher um Prof. Andreas Trumpp aus dem deutschen Krebsforschungszentrum hoffen, dass mit ihrer Entdeckung möglicherweise die Krebsbehandlung verbessert werden kann. Verdeutlicht wurde diese Hoffnung durch eine klinische Beobachtung. Patienten, die an dem Blutkrebs chronisch myeloische Leukämie leiden und mit dem Medikament Glivec behandelt werden, erleiden nach Absetzen des Medikaments fast immer Rückfälle. Einigen Erkrankten wurde jedoch vor der Glivec- Therapie Interferon alpha verabreicht. Diese Patienten erlebten überraschenderweise lange rückfallfreie Phasen ohne jegliche Medikation. Prof. Andreas Trumpp mutmaßt deshalb, dass die Leukämie-Stammzellen durch die Interferongabe geweckt und damit für die Eliminierung durch das Medikament Glivec sensibilisiert wurden.

September 2010


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