Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Maca

10.9.2010

Die Maca ist eine uralte Pflanze aus den peruanischen Anden, deren Knollen im Moment überall für Aufsehen sorgen! Bereits zur Zeit des Inkareichs wurde Maca als Kraft spendendes Kraut geschätzt. Sie war die Viagrapille der Indios.

Die Volksmedizin schreibt den getrockneten Wurzelknollen wohl auch deshalb aphrodisierende und die weibliche Fruchtbarkeit fördernde Wirkungen zu (Hermann and Heller, 1997; Valerio and Gonzales;2005).

Jedoch fand ich einen Hinweis, der kräftigen Zweifel an der männerwohltuenden Wirkúng der Maca aufkommen läßt: Bei Zufuhr von 1,5 g und 3 g Maca/Tag an gesunde Männer (n=30 u. n=15) über 12 Wochen wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede der LH-, FSH-, Prolactin-, Östradiol- und Testosteronspiegel beobachtet. Lediglich bei 3 g Maca/Tag trat eine vorübergehende Erhöhung des 17 Hydroxyprogesteronspiegels auf. Und dannsteht da noch in der selben Fundstelle:Die Macagabe steigerte das sexuelle Verlangen der Teilnehmer (Gonzales et al., 2002; 2003a).
(Meine Anmerkung: Wie soll das gehen, wenn doch die androgenbstimulierende Wirkung ausbleibt?)

In einer weiteren Studie mit gleichen Dosierungen (n=6 u. n=3) über 4 Monate wurden über den Studienzeitraum zwar Änderung der FSH-, LH-, Prolactin-, Testosteron- und Östradiolspiegel beobachtet, diese waren jedoch statistisch nicht signifikant

Bei in-vitro-Untersuchungen zeigten verschiedene organische Macaextrakte keine direkte androgene Wirkung (Bogani et al., 2006).

Hierzu ein Auszug aus der Stellungnahme Nr. 024/2007 des BfR vom 3. April 2007 Risikobewertung macahaltiger Nahrungsergänzungsmittel.

Die Maca-Pflanze (Lepidium meyenii Walp.) gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und stammt aus den Höhenlagen der peruanischen Anden. Die einheimische Bevölkerung verzehrt die Wurzelknollen der Pflanze entweder nach Erhitzen frisch, oder sie werden getrocknet und z.B. als Mehl weiter verarbeitet.

Seit einigen Jahren werden macahaltige Produkte in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel im Handel, insbesondere über das Internet, angeboten. Die Kapseln, Dragees und Tabletten werden teilweise als die Potenz, Fertilität und Libido steigernd beworben, Sportlern werden Leistungszuwächse versprochen.

Da das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) immer wieder Anfragen zu macahaltigen Produkten erhält, hat das Institut die Wurzelknolle gesundheitlich bewertet.

Bei der gesundheitlichen Bewertung von Maca und Macazubereitungen bestehen aufgrund unzureichender Daten erhebliche Unsicherheiten. Macawurzeln werden in Teilen Südamerikas seit langem als Lebensmittel verzehrt, jedoch liegen über diese Tatsache hinaus keine ausreichenden wissenschaftlichen Untersuchungen zum Beleg der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Macawurzeln bzw. Macazubereitungen vor. Aus Tierversuchen ergeben sich Hinweise, dass Maca oder Macazubereitungen Wirkungen auf Geschlechtsorgane ausüben können. Zudem können sie in Interaktion mit Hormonwirkungen treten. Beides bietet das Potenzial für das Auftreten unerwünschter Wirkungen. Aus den sehr spärlichen Daten ergeben sich bisher keine konkreten wissenschaftlichen Belege für das Auftreten unerwünschter Wirkungen beim Menschen. Gesundheitlich unbedenkliche Zufuhrmengen für die Verwendung von Maca als Lebensmittel bzw. in Nahrungsergänzungsmitteln können auf der Grundlage der vorliegenden Daten nicht abgeleitet werden.

Gefährdungspotenzial
In einer Studie an Männern wurden keine von der Placebo-Gruppe unterschiedlichen unerwünschten Wirkungen beobachtet. Die Studie war nicht spezifisch auf die Erfassung unerwünschter Wirkungen ausgelegt (Gonzales et al.; 2003a). Daher ist sie nur begrenzt aussagefähig.

September 2010


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