Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Abirateronacetat

18.2.2012

Abirateronacetat ist ein irreversibler CYP17-Inhibitor und verringert Testosteron und Dihydrotestosteron auf ein nicht nachweisbares Niveau (genauer gesagt: blockiert in der Testosteronsynthese die Enzyme 17α-Hydroxylase und C17,20-Lyase, wodurch im Hoden und in der Nebenniere keine Androstendione gebildet werden, die eine Vorläufersubstanz für die Testosteronsynthese darstellen. Uniklinik Regensburg) Studien zeigten eine Verlängerung des progressionfreien Überlebens von 161 Tagen nach vorangegangener Chemotherapie und 236 Tagen bei Patienten ohne vorherige Chemotherapie.

Nach dem Scheitern von Taxotere erhielten Patienten 1g der neuen Substanz/Tag + Prednison 5mg/Tag. 44% der in Phase II beteiligten Patienten hatten einen PSA-Rückgang von >50%. Zu erwähnen ist dann noch, dass bei einigen Patienten nach der Behandlung mit Abiraterone interessanterweise im KnochenSzintigramm keine Veränderungen erkennbar waren (ASCO 2008).

Eine andere Quelle berichtet von einem reduzierten PSA-Ansprechen bei Patienten, die zuvor mit Ketokonazol (Nizoral®) behandelt worden waren. Vermutet wird da eine "Kreuresistenz beider Substanzen" Neuere Studien bestätigen die vorherige Beobachtung jedoch nicht, ist eine Information aus gleicher Quelle.

Erste Phase-III-Studien sind bereits abgeschlossen bzw. befinden sich in Auswertung, sodass eine Zulassung dieser mit viel Hoffnung erwarteten Substanz vielleicht schon in 2011 möglich sein könnte. Wobei aber, und auch das ist Spoekulation, die Zulassung zunächst nur auf Patienten beschränkt sein könnte, die bereits mit Taxotere behandelt wurden. (BPS-Magazin 02_2010,Dr. Ohlmann,Uniklinik Saarland)

Hoffnungen, dass durch Abiteronacetat fortgeschrittener Prostatakrebs geheilt werden kann, werden sich nicht erfüllen, wohl aber eine Behandlung tumorbedingter Symptome zur Erhaltung und/oder Verbesserung der Lebensqualität.
(meine persönliche Anmerkung: Ich habe die Hoffnung, dass durch Abiraterone mir möglicherweise eine Chemotherapie erspart bleibt.)

Infos vom Oncologieforum Urologie 16. Januar 2010 in Wien:
Ein zentrales Thema beim hormonbehandelten oder kastrationsresistenten Prostatakarzinom ist die Androgenrezeptorexpression: . Im metastasierten Prostatakarzinom selbst seien wesentlich höhere Spiegel von Androgenrezeptoren und auch von steroidogenen Enzymen vorhanden als beim primären Prostatakarzinom oder in der Prostata. Die Tumorzelle sei in der Lage, sich sozusagen ihr Testosteron in der Metastase selbst zu produzieren. Neue Medikamente stellen Neue Therapieregime berücksichtigen diese Erkenntnisse. Sowohl vor als auch nach Docetaxel bzw. nach Docetaxel und Ketoconazol waren signifikante PSA-Abfallraten unter Abiraterone nachweisbar. Als Marker für das Überleben wird ein PSA-Abfall von 30 Prozent als neuer Cut-off gewertet.

siehe auch Abiraterone

letzte Aktualisierung im September 2010


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