Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bisphosphonat und Vitamin D3

15.3.2011

Bisphosphonate und Vitamin D3

Bisphosphonate insbesondere das Zometa zählen zu den häufig verordneten Medikamenten bei Prostatakrebs in Verbindung mit Knochenmetastasen (und auch bei einer erforderlichen Prophylaxe). In einem aktuellen Artikel der Deutschen Apotheker Zeitung (vom 10.03.2011) wird darauf hingewiesen, dass die Wirksamkeit dieser Medikamentengruppe von einer optimalen Versorgung mit Vitamin D abhängt. Und eben die Versorgung mit Vitamin D sei bei vielen Betroffenen zu niedrig. Dabei sei durch Studien belegt, dass Vitamin D3 die Wirkung von Bisphosphonaten auf das Knochenwachstum verbessere und ausserdem würde Vitamin D3 die Nebenwirkungen der Bisphosphonate (Abnahme der Knochendichte und damit atypische Frakturen und die berüchtigte Kiefernekrose bei niedrigen 25-OH-Vitamin-D3-Spiegel) verringern.

Wie kommt das zustande? Das Vitamin-D-Hormon (Calcitriol), so steht es da zu lesen, steigere im Duodenum (Zwölffingerdarm) und Jejunum (ein Abschnitt des Dünndarmes hinter dem Zwölffingerdarm) die Resorption (Aufnahme) von Calcium. Gleichzeitig wird in den Nieren (genauer den Nierentubuli) das im Harn enthaltene Calcium in den Blutkreislauf zurückgeführt (Rückresorption). Ist ausreichend Calcium vorhanden, ist das vorteilhaft für den Knochenaufbau. Fallen die Calciumspiegel im Blut ab, aktiviert Calcitriol zusammen mit dem Parathormon (ein Hormon, das in den Nebenschilddrüsen gebildet wird und welches u.a. die Calciumaufnahme aus dem Darm und Verminderung der Calciumausscheidung über die Nieren mit dem Urin regelt.) den Abbau von Calcium aus dem Knochengerüst. Hier greift Vitamin D3 ein, denn es unterdrückt (supprimiert) die vermehrte Parathormonausschüttung.

Vitamin D3 verbessert also die Wirkung von Bisphosphonaten, hier Zometa, auf das Skelett. Den Vitamin D3 Status sollten wir deshalb unter einer Zometatherapie ein- bis zweimal jählich kontrolliren, schreibt die Deutsche Apotheker Zeitung. Der Calcitriol-Spiegel im Serum (Blut) soll nach bisheriger Lehrmeinung 80 bis 160 nmol/l bzw. 32 bis 64 ng/ml betragen. Experten empfehlen für eine optimale Knochengesundheit weitaus höhere Werte, nämlich einen Calcitriol-Spiegel von 100 bis 200 nmol/l bzw. 40 bis 80 ng/ml). Um diesen Calcitriol-Spiegel zu erreichen, wird die tägliche Zufuhr von 2000 bis 4000I.E. Vitamin D3 empfohlen. Warnend wird darauf hingewiesen, dass die derzeitigen Empfehlungen für eine Vitamin-D3 Zufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu niedrig und damit unzureichend seien.

Übrigens, der Normalwert der Parathormonkonzentration im Blut wird mit 15-65 ng/Liter angegeben.

Ganz zum Schluß gibt es in der hier zitierten Ausgabe der Deutschen Apother Zeitung den Hinweis, dass neben Vitamin D3 auch Vitamin K einen günstigen Einfluß auf die Wirkung von Bisphosphonaten habe. Folgende Lebensmittel enthalten lt. Wikipedia Vitamin K: Zwiebeln, Grünes Gemüse wie Kohl, Spinat, Kohlrabi und Salat, Milch und Milchprodukte, Eier und Fleisch.

Und dann noch ein kleiner Warnhinweis:
Eine Vitamin D Überdosierung kann zur Bildung von Nierensteinen führen. Bevorzugt bei Männern kann aus unterschiedlichen Gründen eine erhöhte Calciumausscheidung über die Niere vorliegen. Es kann eine gesteigerte Calciumaufnahme im Darm bestehen, welche die Niere zwingt, vermehrt Calcium mit dem Urin auszuscheiden, um den Calciumgehalt im Blut konstant zu halten. Deshalb sollte man bei bei der Bildung von Calciumsteinen wiederholte Untersuchungen von Blut und Urin für Kalzium, Phosphat und Harnsäure durchführen, denn in ca. 30% der Fälle bilden sich erneut Nierensteine.

März 2011



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