Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Denosumab

28.3.2012

... ist zugelassen zur Behandlung von Osteoporose bei einer Androgenen-Entzugs-Therapie (ADT). Häufige Nebenwirkungen Muskelkrämpfe, sonst ein zu Zometa vergleichbares Nebenwirkungsprofil.

Hinsichtlich Gesamtüberleben und PSA-Verlauf kein Unterschied zu Zometa.

Kiefernekrosen traten bei Denosumab ebenfalls auf.

Ergänzung

Krankheitsprogression und Überleben unterschieden sich zwar nicht von z.B. Zometa; Denosumab verringerte jedoch das Risiko für alle SRE bei sämtlichen soliden Tumorarten um 16 bis 18 Prozent. Auch hinsichtlich der Schmerzen wirkt sich Denosumab positiv aus.

Patientenfrage auf dem Treffen der SHG in Münster im Juli 2011:
XGEVA als Schutz vor Knochenmetastasen soll besser sein als Prolia?
Dr. Bögemann, Uniklinik MÜnster:
Die Medikamente Prolia und XGEVA basieren beide auf Denosumab und unterscheiden sich in der Dosierung (hinsichtlich der Wirkstoffmenge) und der Verabreichung (Prolia 6monatig, XGEVA vierwöchig) XGEVA wurde im Rahmen dieser Studien alle vier Wochen als subkutane Injektion in einer Dosis von 120 mg verabreicht; Zoledronsäure dagegen wurde alle vier Wochen als 15-minütige Infusion i.v. gegeben Prolia (Denosumab) reduziert das Risiko für osteoporotische Frakturen im Vergleich zu Placebo. Direkte Vergleiche mit Bisphosphonaten liegen nicht vor In Studien zeigte sich unter XGEVA klinisch eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Prävention von SREs verglichen mit Zoledronsäure. Bei Patienten mit Knochenmetastasen war XGEVA gegenüber Zoledronsäure bei der Reduktion des SRE-Risikos nicht unterlegen

Mit der Zulassung von XGEVA in Deutschland wird für Mitte August 2011 gerechnet.

Ist mittlerweile zugelassen!

Ergänzung- Wechsel von Zometa zu Denusomab

Dazu der Urologe im BPS-Forum:
Ein Vorteil hat Zometa gegenüber Denusomab: Zometa hat zusätzlich direkt eine apoptotische (krebszelltötende) Wirkung auf das PCA - vor Allem bei höheren Gleasonschores; dieser Effekt konnte bei Denusomab bisher nicht nachgewiesen werden.

Weitere Infos unter Prolia
XGEVA

Wichtige Ergänzung

Die amerikanische FDA hat mit Datum vom 8.2.2012 die Indikationserweiterung für Denosumab/XGEVA bzgl. Vorbeugung von Konochenmetastasen abgelehnt.
Dort heißt es: Obwohl die Studie den festgelegten primären Endpunkt erreicht hat, mit einer statistisch signifikanten Verlängerung des BMFS (bone metastasis free survival = knochenmetastasenfreies Überleben), ist es unklar, inwieweit eine Verbesserung des mittleren BMFS um 4,2 Monate allein ein adäquates Mass für den klinischen Nutzen bei CRPC-Patienten mit hohem Risiko für Knochen-Metastasen ist.

März 2011/aktualisiert im Juli 2011/Dezember 2011/Feb. 2012

Unser Spezialist unter den "fortgeschrittenen Betroffenen " rustra informiert heute über den Sachverhalt textlich ein wenig ausführlicher:  

FDA lehnt Indikations-Erweiterung fürs DENOSUMAB ab
....die FDA hat mit Datum vom 8.2.2012 die Indikationserweiterung fürs Denosumab/XGEVA abgelehnt, und zwar auf der Basis einer Phase-III-Studie zur Verzögerung oder Vorbeugung von Knochen-Metastasierung.

Dabei zeigt die Studie einen signifikanten Vorteil, von dem die FDA aber sagt, das sei kein nachgewiesener klinischer Vorteil:

Though the study met the pre-specified primary endpoint, with a statistically significant prolongation in BMFS, it is unclear whether an improvement in median BMFS by 4.2 months alone in patients with CRPC at high risk for bone metastases is an adequate measure of clinical benefit.

Übersetzt: Obwohl die Studie den festgelegten primären Endpunkt erreicht hat, mit einer statistisch signifikanten Verlängerung des BMFS (bone metastasis free survival), ist es unklar, inwieweit eine Verbesserung des mittleren BMFS um 4,2 Monate allein ein adäquates Mass für den klinischen Nutzen bei CRPC-Patienten mit hohem Risiko für Knochen-Metastasen ist.

Weitere sehr wichtige ergänzende Informationen zu Nebenwirkungen

 

XGEVA

Xgeva (Denosumab) ist indiziert zur Prävention von skelettbezogenen Komplikationen (SRE) bei Erwachsenen mit Knochenmetastasen aufgrund solider Tumoren.

Nebenwirkungen von Denosumab (Xgeva®)
Unter der Therapie mit Denosumab (Xgeva®) kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:
• Hautreizungen → Symptome:
Juckreiz und Rötung der Haut
• Hautinfektionen → Symptome:
angeschwollener, roter Hautbereich, meistens am Unterschenkel, der sich heiß anfühlt und schmerzhaft ist und von fieberartigen Symptomen begleitet wird
• Niedriger Kalziumspiegel:
sehr selten wurde unter der Therapie mit Denosumab ein vorübergehender Abfall der Kalziumwerte im Blut unter den Normalbereich beobachtet
→ Symptome:
Kribbeln, Muskelkrämpfe, abnormaler Herzschlag

Dem Abfall des Kalziumspiegels im Blut kann mit der Gabe von Kalzium und Vitamin D entgegengewirkt werden

• Krankhafter Abbau des Kieferknochens (Kieferosteonekrose):
in sehr seltenen Fällen kann sich Denosumab durch eine verminderte Durchblutung negativ auf den Kieferknochen auswirken
Symptome:
Schmerzen oder Infektion des Zahnfleischs, Zahnlockerung, Schmerzen im Kieferbereich

Prolia

Prolia® ist zugelassen zur Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko und zur Behandlung von Knochenschwund im Zusammenhang mit Hormonablation bei Männern mit Prostatakarzinom mit erhöhtem Frakturrisiko.

Nebenwirkungen von Denosumab (Prolia)/Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Häufig (≥ 1/100, < 1/10): Harnwegsinfektion, Infektion der oberen Atemwege, Ischiassyndrom, Katarakte, Obstipation, Hautausschlag, Gliederschmerzen.
Gelegentlich (≥ 1/1000, < 1/100): Divertikulits, bakterielle Entzündung des Unterhautgewebes, Infektion der Ohren, Ekzeme.
Sehr selten (< 1/10.000): Hypokalzämie

Besonderheiten bei Prostatakrebs
Linsentrübungen (Grauer Star) sowie Divertikulitis kam als Nebenwirkung während eder Studien nur bei Patienten mit Prostatakrebs vor, die mit Hormonen behandelt wurden, die die Testosteron-Wirkung unterdrücken.

März 2012

Ein Mittel gegen Parodontose und Osteonekrose nach Therapie mit Denosumab und Zometa

 

Teriparatid, ähnlich dem Parathormon, kann die Knochenbildung stimulieren. Ein mögliches neues Einsatzgebiet ist eine schwere Parodontose, wie eine Pilotstudie auf der Jahrestagung 2010 der American Society for Bone and Mineral Research in Toronto zeigt. Auf der Veranstaltung wurde auch über die erfolgreiche Behandlung einer bisphosphonat-induzierten Osteonekrose des Kiefers berichtet.

 

Das gentechnisch hergestellte Teriparatid stimuliert die knochenbildenden Osteoblasten und ist in Deutschland seit 2003 als Forsteo® zugelassen zur Behandlung der schweren Osteoporose. Der Hersteller ist Lilly Pharma. Die Zahnmediziner sind vom Erfolg der Therapie angetan, zumal keine schweren Nebenwirkungen der Therapie beobachtet wurden. Ein Einsatzgebiet könnten nämlich Osteonekrosen des Kiefers sein, die bei Krebspatienten beispielsweise im Rahmen einer Therapie mit Bisphosphonaten oder Denosumab auftreten.

 

Doch Vorsicht! Berichtet wurde, bei Krebspatienten mit Osteonekrose könnte die Therapie riskant sein, da ein beschleunigtes Wachstum von Knochenmetastasen nicht auszuschließen sei. Weitere Einschränkungen bestünden bei Strahlentherapie des Skeletts, Hyperkalzämie, erhöhter alkalische Phosphatase und Niereninsuffizienz. Studien hierzu sind nicht bekannt.

 

Text ursprünglich aus 2010 aus der Ärztezeitung, aktuell textlich aufbereitet für die PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs in Bielefeld durch WDF im November 2015.

 



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