Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bestrahlung und Nebenwirkungen

15.5.2011

Welche Nebenwirkungen erleide ich während einer externen Bestrahlung eines Lokalrezidivs?

Zunächst muß zwischen Akut- und Spätfolgen unterschieden werden.

Die Antwort des Strahlenexperten im BPS-Forum:

Schwierige Frage.
In den ersten paar Wochen passiert in der Regel nichts, ab der dritten Woche ist das Wasserlassen oft häufiger und es kann sich ein Stuhldrang zeigen. Bei höheren Dosen treten Schmerzen beim Wasserlassen auf und es kann sich auf Durchfall zeigen.
Schädigungen des Nervenbündels verspürt man während einer Strahlentherapie nicht. Das ist eine potentielle Langzeitfolge die erst später (Monate/Jahre) auftauchen kann.

Weitere Informationen zu Nebenwirkungen bei Strahlentherapie liefert eine Suchabfrage in dieser Infothek mit dem Begriff Bestrahlung

Zu den Spätfolgen zählen Strahlenproktitis (Entzündung der Schleimhäute im Enddarm) und zählt man die Lymphödeme. Ein Lymphöden nach Strahlentherapie tritt nach Auskunft des Strahlenexperten im BPS-Forum erst bei hohen Dosen und verzögert (meistens Jahre) nach der Therapie auf. Die Mehrheit der Patienten mit Lympödemen nach Strahlentherapie wurde vorher operiert und lymphadenektomiert, selten führt eine Strahlenbehandlung alleine zu Lymphödemen in den unteren Extremitäten. Als Ursache für die Beinschwellung kommt seiner Meinung nach vermutlich ein Tumorwachstum im Beckenbereich mit Druck auf die Lymphbahnen infrage. Das sein öfters der Fall, genauso auch bei grossen Lymphknotenmetastasen.

Bei empfindlicher Haut:
Die Hautreaktionen während oder kurz nach der Strahlentherapie können von einem milden Erythem über eine trockene bis zur konfluierenden feuchten Desquamation (Abschuppung) mit Blasenbildung reichen. Eine starke Frühreaktion der Haut kann vollständig ohne Spätveränderungen abheilen, ein Spätschaden muss nicht Folge einer starken Frühreaktion sein.
Brust- und Bauchhaut weisen ebenso wie die Beugeseiten der Extremitäten eine mittlere Empfindlichkeit auf. Vermutlich gilt das auch für die "Po"-Backen.

Die Berichte zur Anwendung von Corticosteroiden zur Behandlung von Hautirritation und Juckreiz sind kontrovers.

Das Waschen der Bestrahlungsregion war in früheren Jahren nicht nur verpönt, sondern sogar tabu. Inzwischen belegen viele Studien, dass vorsichtiges Waschen keine negativen Ergebnisse bringt. Ich habe es selbst erlebt: Es gibt radiologische Abteilungen, die ihren Patienten solches nicht empfehlen.
Nach heutiger Kenntnis und Erfahrung sind Hautirritationen bzw. das Dermatitisrisiko durch vorsichtiges Waschen und Eincremen deutlich gesunken. Der pH-Wert der Haut wird durch moderates Waschen stabil gehalten. Und nicht zu unterschätzen ist der psychologische "Erleichertungs"-Faktor für die Patienten, sich Duschen und/oder Waschen zu dürfen.
Quelle: Pharmazeutische Zeitung

Mein Fazit:
Wir sollten mithelfen und vermeiden: Schwimmbad mit Chlorwasser, mit Solewasser, Sonnenbaden, im Schatten bleiben, wenn es juckt keinesfalls reiben oder kratzen, keine Wärmflasche auf die bestrahlten Oberflächen, Sauna ist tabu, keine enge Kleidung sondern locker und luftige Kleidungsstücke.

Und was soll man machen, wenn das Bestrahlungsareal auf den Unterbauch mit Filz oder anderem Signiergerät "gemalt" wurde?
Dann duscht man, so habe ich es getan, mit einem Ledenschurz, den ich mir auch einer großen Plastiktüte und Schlüpfergummi gebastelt habe. Ach, was tat das Duschen gut!! Aber nur kurz, denn langes Duschen ist kontraproduktiv.

letzte Aktualisierung im Mai 2011/November 2014 WDF



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