Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Lumboischialgie

29.4.2011

...sind Schmerzen in der Region der Lendenwirbelsäule und im Bereich des Nervus ischiadicus auftreten.

Die ausschließliche Nervenreizung des Nervus ischiadicus bezeichnet man als Ischialgie, ausschließliche Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule als Lumbalgie. Da die Beschwerden häufig nicht klar voneinander abgrenzbar sind, ist der Übergang zwischen Lumboischialgie, Lumbalgie und Ischialgie fließend. Die Begriffe werden im klinischen Alltag häufig synonym verwendet. Vom chronischen Kreuzschmerz spricht man, wenn die Schmerzen (kurzfristig rezidivieren oder andauernd) über drei Monate anhalten.

Oft ist ein Bandscheibenvorfall zwischen LWK 4 und 5 oder zwischen LWK 5 und SWK 1 zugrunde. Jeder Lumboischialgie kann neben dem Bandscheibengeschehen auch eine andere spezifische Schmerzursache mit Raumforderung zugrunde liegen (Tumoren, Entzündungen, Verletzungen, Synovialcysten, Wirbelgleiten etc.). Es kann sich z.B. um Raumforderungen aufgrund anderer pathologischer Veränderungen wie Knochenmetastasen bei einem Prostatakarzinom handeln.

Schmerzausstrahlungen in die untere Extremität beruhen z.B. auf Störungen des Kreuzdammbeingelenks, der Bänder oder der kleinen Wirbelgelenke mit reflektorischer Verspannung der längs angeordneten Muskulatur.

Auslöser für eine L. können Überlastungen, falsches Heben, evtl. kombiniert mit Kälteeinwirkung am Rücken, Klimawechsel, aber auch Bagatelltraumen (sogenannten falsche Bewegung) usw. sein– meist aber nicht immer bringt es Erleichterung beim Liegen in bestimmten schmerzerleichternden Positionen (z.B. das therapeutische Lagern mit 90 Grad angewinkelten z.B. auf ein em Würfel oder einer geplosterten Kiste hoch gelagerten Beinen).

Der Arzt unterscheidet
a) den spezifischen Kreuzschmerz: ca. 15%; hierbei bestehen klare Ursachen und Zusammenhänge mit z.B. Frakturen, Tumoren, Entzündungen, Bandscheibengeschehen, spinale Stenose usw. , zumeist mit bildgebeneden Verfahren nachweisbar.
b) unspezifische Kreuzschmerzen: ca. 85%; funktionelle Zustände, myofasziale (Schmerzen im Bewegungsapparat) und legamentäre Schmerzen (Funktionsstörungen von Haltebändern) usw.

Das klinische Bild ist je nach Stadium, Schmerzursache(n) und Schmerzintensität sehr unterschiedlich. Erst die Übersicht über die meist mehrfachen Begleitsymptome und –befunde neben den Schmerzen und die Situationen, die zu den Schmerzen in der Kreuzregion führen und diese verstärken oder verringern, ergeben dann die nähere Diagnose und Differentialdiagnosen:
WO der Schmerz lokalisiert ist WIE LANGE die Schmerzen schon bestehen
WIE die Beschwerden begonnen haben
WOBEI/WODURCH sich die Schmerzen verschlechtern oder erleichtern, z.B. Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen

Bildgebende Verfahren:
CT: Überwiegend zur Diagnostik des Knochens und
MRT: überwiegend zur Weichteildiagnostik

Medikation erfolgt gemäß WHO – Schema (Analgetika, NSAR, einschließlich schwach und stark wirksamen Opioiden) nach den Regeln der Schmerztherapie. z.B. ausreichende Dosierung des geeigneten Mittels oder deren Kombination zur Erreichung eines Serumspiegels, der zur Schmerzbeherrschung führt unter Beachtung und prophylaktische Behandlung der bekannten Nebenwirkung der Medikamente (insbesondere Magen - Darm Trakt bei NSAR, aber auch Leber, Niere, sowie Übelkeit, Sedierung und Obstipation bei Opioiden), z.B. Kombination der Schmerzmedikation mit Muskelrelaxantien und schmerzmodulierenden Substanzen (Antidepressiva und Antikonvulsiva); Glukocorticoide.

Empfohlen ist die Dauer der Bettruhe möglichst kurz zu halten (bis max. 3 - 5 Tage mit der oben beschriebenen Schonlagerung); gewohnte Aktivitäten und Bewegung sind möglichst beizubehalten.

Die Infiltrationstherapie oder therapeutische Lokalanästhesie (TLA) mit und ohne Zusatz von Glukocorticoiden oder Glucose (Proliferationstherapie), ist EBM begrenzt erwiesen.

April 2011


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