Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

PSA

07.12.2011


In der Prostata wird ein Eiweiß gebildet, dessen Menge man im Blut durch ein Labor messen kann. Das Ergebnis ist der PSA-Wert.

Der PSA-Wert hat die Einheit ng/ml (Nanogramm pro Milliliter). Das PSA ist ein prostata-spezifischer Marker, der dem Arzt anzeigt, ob z.B. mit der Prostata etwas nicht in Ordnung ist. Ist die Prostata entfernt worden, dann ist der PSA-Wert ein Prostatakrebsmarker.

Je nach Lebensalter steigt der PSA-Wert. Ein Anstieg des PSA-Wertes kann Ursachen haben wie z.B. eine vergrößerte Prostata, eine Prostataentzündung (Prostatitis), den Prostatakrebs u.a..

Je frühzeitiger der Prostatakrebs diagnostiziert wird, umso eher ist er bekämpfbar.

Die PSA-Ausscheidung der Prostata-Zellen ist nicht bei allen Männern gleich, es gibt Niedrig-PSA-Ausscheider, Normal-PSA-Ausscheider und Hoch-PSA-Ausscheider.

Die Referenzwerte des PSA-Wertes sind altersbedingt unterschiedlich

Der Urologe ihres Vertrauens wird Sie ausführlich beraten, welchen Stellenwert das Ergebnis im individuellen Fall hat.

Anmerkung:

PSA-Konzentrationen im Serum sollten nicht als alleiniger Beweis für Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein von Prostatakrebs interpretiert werden. Erhöhte PSA-Konzentrationen können auch im Serum von Patienten mit gutartiger Prostatahyperplasie oder anderen nicht bösartigen Erkrankungen beobachtet werden.

Außerdem bedeuten niedrige Konzentrationen nicht notwendigerweise, dass kein Prostatakrebs vorhanden ist.

PSA-Serumwerte müssen deshalb in Verbindung mit den verfügbaren Informationen über die klinische Beurteilung des Patienten und anderen Diagnoseverfahren gewertet werden.

Weitere Ergänzung
In einem BPS-Forenbeitrag informiert Günter Feick am 27.03.2006 über eine Urologenstellungnahme zum PSA.

PSA ist keine PCa-Kontrolle

Dr. Barken: "Leider bedeutet die Beeinflußbarkeit des PSA (gemeint war durch Hormonblockade) nicht viel. Man muß dabei sehr vorsichtig sein, denn die Modulation des PSA ist nicht das Ziel. Ich habe Patienten untersucht, die eine regulierbare PSA Synthese hatten, deren Krebs jedoch im Fortschreiten begriffen war, trotz niedriger PSA Werte.

Es ist unmöglich die Erkrankung per PSA Messung alleine zu kontrollieren. Bei manchen Patienten, die ich behandelt habe, bestand keine verläßliche Korrelation zwischen dem PSA Wert und der Ausdehnung und Schwere der Erkrankung. Einige solcher Patienten hatten einen PSA Wert unter 5, wendeten die Hormonblockade an und hatten bereits Knochenmetastasen. Sie müssen diagnostische Blutuntersuchungen und radiologische Nachweisverfahren nutzen, um sicherzustellen, daß der PSA Wert tatsächlich auch den wirklichen Stand Ihrer Prostatakrebserkrankung repräsentiert.

Beeinflussung des PSA Wertes ist nicht das Ziel. Das Ziel ist die Krebszellen zu erlegen".

 

ergänzt im März 2005
ergänzt im März 2006

Ergänzung "PSA ist kein Tumormarker"
Ludwig, ein wirklich gut informierter Betroffener beschrieb in einem anderen Forum sehr deutlich die Problematik des alleinigen 6quot;Schielens" nach dem PSA-Wert:

Man darf nie aus den Augen verlieren, dass PSA von zunehmendem Tumorvolumen durch abnehmende relative PSA-Leckage (fortschreitende Zerstörung einzelner PSA-Drüsen) kompensiert werden kann und Tumorvolumenzunahme sich nicht in PSA-Erhöhung manifestiert.

PSA- wie alle wissen (sollten) ist kein Tumormarker.

Ein paar ergänzende Anmerkungen:
Individuell schwanken Serumwerte von PSA um 20 %

Beweisend für ein Prostatakarzinom ist ausschließlich der Nachweis von Krebszellen in bioptisch oder operativ entnommenen Gewebeproben

cPSA ist spezifischer als tPSA. Im Grauzonenbereich hat das cPSA bei festgelegter 90%iger Sensitivität eine höhere Spezifität als tPSA (13,3 bzw. 8,6 %), aber eine niedrigere als %fPSA (21,5 bzw. 21,9 %).

Es ist weiterhin unklar, ob tPSA künftig durch das cPSA als Screeningtest abgelöst werden kann.

Trotz verbesserter Präzision und WHO-Kalibrierung bestehen weiterhin große Unterschiede zwischen den PSA-Test-Methoden

PSA-Tests mit methodenabhängigen Messergebnissen erschweren die Interpretation des PSA außerordentlich. Studien zum PSA, die an einem Testsystem durchgeführt wurden, können nicht automatisch auf ein anderes übertragen werden.

Es ist leider so, dass auch für fPSA-Konzentrationen und damit auch für %fPSA-Werte eine erhebliche Methodenabhängigkeit zu verzeichnen ist.

Im klinischen Anwendungsfall bedeuten die festgestellten Unterschiede keinen Nachteil für den Patienten solange mit dem gleichen Testsystem gearbeitet wird.

Auszug aus einem Statement des BPS zum PSA-Test:

Der PSA-Test ist - ggf. in Verbindung mit weiteren diagnostischen Maßnahmen - zurzeit die zuverlässigste Methode, um Prostatatumoren frühzeitig zu erkennen und verbürgt insofern die größten Chancen für eine kurative Behandlung.

2. Der Mangel an Spezifität des PSA-Tests kann durch eine Einbeziehung von abgeleiteten Werten wie z.B. der PSA-Anstiegsgeschwindigkeit, der PSA-Verdoppelungszeit, des PSA-Quotienten und der PSA-Dichte, erheblich reduziert werden. Hierdurch kann die Gefahr, einer unnötigen Biopsie unterzogen zu werden, zwar nicht völlig ausgeschlossen werden. Diese Gefahr muss jedoch gegen die Möglichkeit abgewogen werden, rechtzeitig einen potenziell tödlichen Prostatatumor zu entdecken. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der Biopsie nur um einen relativ harmlosen Eingriff handelt, so dass es vielen Männern – zu Recht – vertretbar erscheint, ein gewisses Überdiagnose-Risiko in Kauf zu nehmen.

3. Das Argument der Übertherapie, wonach der PSA-Test in weitem Umfang zur Entdeckung und Behandlung von im Grunde harmlosen Prostatatumoren führt, ist irreführend. Denn die Unterscheidung zwischen einem harmlosen und einem aggressiven Prostatatumor suggeriert die Gleichsetzung "einmal harmlos, immer harmlos". Dies trifft jedoch nicht zu, weil man sich nicht darauf verlassen kann, dass ein zunächst wenig aggressiver Tumor diese Eigenschaft für immer beibehält. Daher ist es besser, das "Problem" zu kennen und auf Veränderungen reagieren zu können, als die Augen vor einer möglichen Krebsgefahr zu verschließen und zu hoffen, dass, falls man Prostatakrebs hat, es sich schon um eine (auf Dauer) harmlose Tumorvariante handeln wird.

 

PSA-Wert
Abfragen in dieser Infothek wie: Was bedeutet PSA-Wert 2,43? oder Was bedeutet PSA-Wert 83?
die kann man(n) in einer Datenbank nicht beantworten; es sei denn, die Datenbank ist mit künstlicher Intelligenz aufgebaut(das ist eine besondere Software und Datenbanksprache wie auch -abfrege und sehr, sehr teuer). Solch eine Frage gehört in das Forum zusammen mit Angaben zu den bisherigen Therapien, zu bisherigen Diagnosedaten (z.B. Biopsieergebnis), zusammen mit dem bisherigen Verlauf vorangegangener PSA-Wert-Messungen, das Alter gehört dazu und auch die sonstigen (Begleit-)Krankheiten.
Warum?
Der PSA-Wert allein ist wenig aussagefähig, er ist aber ein wichtiger Hinweis auf den Stand der Tumorerkrankung im Zusammenhang mit den anderen Daten. Er kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass möglicherweise wenig Anlass zu Besorgnis besteht. Das zu beurteilen oder einschätzen zu können, bedarf aber zwingend die Nennung, Angabe der vorgenannten Daten.
Und wer dann mit solchen Daten in ein Forum geht, hier auf dieser Webseite oder im das Forum des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) oder wer dann mit diesen Daten die Hotline des BPS anruft, der kann auf ausführliche und verständliche Auskunft hoffen

Wichtige Ergänzung zur Verlaufskontrolle des PSA

Der Urologe im BPS-Forum äußert sich dazu ganz aktuell wie folgt:

....ich kann nur dringend davor warnen (ausser man hat PSA < 0.01), in ständig wechselnden Laboren PSA zu bestimmen. Aber schon, wenn verschiedene Ärzte ins gleiche Labor schicken, können sich Unterschiede ergeben, weil jede Praxis "ihren" Aufbereitungsrhythmus von Blutentnahme - stehen lassen zur Gerinnung - Zentrifugation - Serum abgiessen - verpacken bzw. einfrieren - hat.
Und z.B. das freie PSA reagiert massiv auf Blutverarbeitung später als 60 Minuten.
Also wenn es WIRKLICH wichtig ist, die PSA-VZ zu ermitteln AUSSCHLIESSLICH Werte vom gleichen Labor UND gleicher Praxis heranziehen! (Und auch da kann es gelegentlich zu Fehlern kommen)
Ein einzelner Anstieg sollte ausserdem immer kurzfristig nachkontrolliert werden bevor eine therapeutische Konsequenz daraus abgeleitet wird. Auch bei uns im eigenen Labor haben wir 2 Anstiege hintereinander gehabt und danach wieder den "alten" Wert über viele Monate.
Immer daran denken - wir behandeln MENSCHEN und keine Nachkommastellen von Laborwerten! Die Laborwerte sind immer nur HILFSMITTEL zur Beurteilung der Gesamtsituation!
letzte Ergänzung im November 2009/Dezember 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergänzung 2014:

PSA und seine molekularen Formen

 

 

Folgende Parameter werden routinemäßig bestimmt (Immunoassay):

Gesamt-PSA (PSA)  - Diagnostik und Verlaufskontrolle Prostatakarzinom

Sensitives PSA (sPSA) - PSA-Kit mit niedriger Nachweisgrenze; Verlaufskontrolle nach radikaler Prostatektomie

Freies PSA (fPSA) - Konzentrationsbestimmung der unkomplexierten PSA-Moleküle im Serum; Berechnung des prozentualen Anteils am Gesamt-PSA; Erhöhung der PSA-Spezifität

Komplexiertes PSA (cPSA) - Konzentrationsbestimmung der komplexierten PSA-Moleküle im Serum; Erhöhung der PSA-Spezifität

ergänzt am 03.12.2014 WDF

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Auszüge von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.

 

 

 

 

 



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