Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prostatektomie

10.7.2011


Bei der so genannten radikalen Prostatektomie werden sowohl die Prostata als auch die beiden Samenbläschen, die Samenleiterabgänge sowie Anteile aus dem periprostatischen Fett- und Nervengewebe entfernt.
Ausserdem werden die tiefen iliakalen und die obturatorischen Lymphknoten. Ziel ist die R0 Resektion, d.h. die Entfernung des Prostatakarzinoms im Gesunden.

Diese Operation bietet langfristig die größte Aussicht auf Erfolg, vor allem dann, wenn der Tumor noch auf die Prostata begrenzt ist, d.h. noch nicht ins umliegende Gewebe gewachsen ist.

Voraussetzung für ein operatives Vorgehen allerdings ist, dass der Tumor noch keine Tochtergeschwülste gebildet hat.

Nach Entfernung der Prostata wird die Harnröhre wieder mit der Blase vernäht. Deshalb kommt es nach der Operation meist nur vorübergehend zu einem unwillkürlichen Harnverlust (Inkontinenz). Außerdem muß nach der Operation mit einer Erektionsschwäche gerechnet werden.

Wichtige Ergänzung:

Dr. Eichhorn, ein von mir sehr geschätzter Urologe aus Bad Reichenhall schrieb unlängst:

Die Operationstechnik der radikalen Prostatektomie ist nicht standardisiert. Es gibt viele verschiedene Varianten, z.B. offen oder minimal-invasiv (laparoskopisch) mit und ohne Lymphknotenentfernung, nervschonend etc.

Insbesondere gibt es keine einheitliche Auffassung darüber ob die Samenblasen mit entfernt werden müssen.

Es gibt Chirurgen die bewußt Samenblasenanteile zurücklassen, um feinste für die Erektion wichtige Nervenfasern zu schonen.

Ergänzung
Prostatatektomie, operative Verfahren - Prof. Dr. med. Michael C. Truß, Dortmund, auf dem 5. Patiententag 2011 in Dortmund
Das Prostatakarzinom wird nach Worten von Prof. Truß immer komplizierter hinsichtlich Diagnose, Marker und Therapien. Etabliert und standartisiert sei die RPE, mit langem follow-up, Nomogrammen und besten Ergebnissen beim lokal begrenzten PCa in der Hand eines erfahrenen Operateurs.

Minimal invasive Verfahren würden zunehmen wegen Reduzierung des OP-Traumas, wegen kurzer Rekonvaleszenz und kurzem Klinikaufenthalt. Diese Verfahren hätten bei den Operateuren die Sichtweise auf die anatomischen Strukturen verändert

Bei adipösen Patienten bevorzugt Prof. Truß die endoskopische OP, nicht mehr die offene OP.
Hinsichtlich der trifactorellen-Betrachtung (Heilung, Kontinenz, Potenz) sei nicht die OP-Technik wichtig sondern die Erfahrung des Operateurs.

Prof. Truß verneint auf Nachfrage dass es Tendenzen gäbe, die Liegedauer im Krankenhaus immer weiter zu verkürzen und es ein es Tages damit enden würde, dass der Patientn wie teils in den USA beobachtet "blutig" entlassen würde.

( Meine persönliche Anmerkung dazu:
Ich sehe das anders. Mit der "Single Port-Technik" - Uniklinik Düsseldorf- ist die Wunde sehr begrenzt, der Patient hat kaum postoperative Beschwerden und der Blutverlust bei einem offenen Eingriff ist minimal. Der Heilungsprozess verkürzt sich auf wenige Tage.)

letzte Aktualisierung im Juli 2008/Juli 20011

 

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Auszüge von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.



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