Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Cabazitaxel Nebenwirkungen

16.2.2012

Cabazitaxel ist in Kombination mit Prednison zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem hormonrefraktärem Prostatakrebs (mHRPC), die zuvor mit einem Docetaxel-basierten Therapieregime behandelt wurden, in den USA zugelassen.

Bei Patienten, die Cabazitaxel erhalten hatten, traten Neutropenie, Leukopenie, Anämie, febrile Neutropenie, Durchfall, Erschöpfung und Asthenie als häufigste (=5%) Nebenwirkungen (Grad 3-4) auf. Die häufigsten zum Behandlungsabbruch führenden Nebenwirkungen in der Cabazitaxel-Gruppe waren Neutropenie und Nierenversagen. Behandlungsabbrüche aufgrund unerwünschter Arzneimittelwirkungen traten bei 18% der mit Cabazitaxel und 8% der mit Mitoxantron behandelten Patienten auf. Nicht durch eine Krankheitsprogression bedingte Todesfälle wurden bei 18 (5 %) der mit Cabazitaxel und 3 (unter 1 %) der mit Mitoxantron behandelten Patienten innerhalb von 30 Tagen nach der letzten Dosis des Prüfmedikaments berichtet. Die häufigsten tödlichen Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Cabazitaxel behandelt wurden, waren Infektionen (n=5) und Nierenversagen (n=4). Ein Todesfall war durch Austrocknung und eine Störung des Elektrolythaushalts aufgrund von Durchfall bedingt.

Quelle: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH Juni 2010

Prof. Heidenreich, Aachen im Juni 2011 vor dem Bundeskongress des BPS in Würzburg:
Bei Cabazitaxel sieht man doch erhebliche NW, insbesondere was die Auswirkungen am Knochenmark angeht, was die mögliche Infektionsrate unter Cabazitaxel angeht und was ausgeprägte Durchfallerkrankungen angeht.
Die Therapie mit Cabazitaxel kann mit ausgeprägten Störungen der Leberfunktionen aber auch mit ausgeprägten Störungen der Blutbildung einhergehen. Der Abfall von weißen Blutkörperchen, Infektionen durch zu niedrige weiße Blutkörperchen kommen durchaus bei bis zu einem Drittel der Patienten vor.

Rudolf Strathmann, SGH-Leiter in HH hat detailliert in Studien nachgesehen und meint: "....es fällt auf, dass sowohl bei den Berichten über die Zulassungsstudie als auch den ersten Erfahrungsberichten immer mal wieder vom Einsatz des G-CSF oder GM-CSF die Rede ist"
(meine Anmerkung: das hängt zusammen mit der Frage bzgl. der Nebenwirkungen oder, wie Rudolf Strathmann es ausdrückt) "...die Frage der Lebensqualität unter der Behandlung und durch die Behandlung mit Cabazitaxel.
Es gibt ja schon länger die Info, dass bei der Zulassung vom Cabazitaxel massiv G-CSF eingesetzt wurde, um vor allem Neutropenie zu verhindern bzw. abzumildern.
Granulozyten-Koloniestimulierender Faktor = G-CSF, ist ein gutes, hochwirksames, teures Zeugs, um die Produktion von weissen Blutkörperchen anzuregen.
Wenn ich das lese (ich habe die Poster-Präsentation vorliegen), kann ich nur sagen: Ja, dann Cabazitaxel IMMER mit prophylaktischem G-CSF !!! Dann bleiben nämlich nur noch die Nebenwirkungen Durchfall und Fatigue übrig ... und die können einen knochenmetastasierten PCa-Mann, der schon viel durchgemacht hat, nicht mehr schrecken ..."

mehr Infos siehe Cabazitaxel Erfahrungen
und
Jevtana - Medikament-Begleitinformation

aktuell in die Infothek übernommen im Juli 2011./weitere Aktualisierung im Februar 2012


Schlagwörter:


Zurück