Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Resveratrol

19.5.2004

Bestandteil der Rotweintraube;

soll eine stark antioxidative Wirkung haben und Apoptose bewirken.

Anmerkung 1 in 2014

Angeblich wirkt die Substanz Entzündungen ebenso entgegen wie der Entstehung von Krebs. Sie soll die Blutgefäße geschmeidig halten und nicht weniger bewirken, als das Leben zu verlängern. Resveratrol erschien in Zellstudien, in Tierversuchen und in einigen kleinen Studien als wahres Wundermittel.

Besonders reich an Resveratrol ist ausnahmsweise nicht grünes Gemüse oder etwa Olivenöl. Stattdessen steckt die Substanz vor allem in Rotwein, Schokolade, Erdnüssen und verschiedenen Beerensorten. Seit die möglichen Effekte von Resveratrol bekannt sind, findet es sich auch in Nahrungsergänzungsmitteln.

Der gute Ruf des Resveratrols habe durch eine Studie im Chiantigebiet gelitten, sagte Björn Lemmer, emeritierter Pharmakologie-Professor an der Universität Heidelberg. "Die Studie ist aus meiner Sicht sehr gut geplant und sehr viele Parameter wurden untersucht."

Totz des negativen Ergebnisses dieser Untersuchung hätten aber andere Studien ergeben, dass der Konsum von Rotwein, dunkler Schokolade und Beeren Entzündungen entgegenwirke und das Herz schütze. "Falls diese positiven Effekte wirklich vorhanden sind, müssen andere Substanzen aus den Lebensmitteln dafür verantwortlich sein." Nahrungsmittel seien komplex - "durch unsere Studie haben wir lediglich erfahren, dass die Effekte wohl nicht auf Resveratrol beruhen",ergänzt ein wissenschaftlicher Kollege von der UNI-Mainz, denn die Menge an Wirkstoff in einem Liter Rotwein sei rund hundertmal geringer als in üblichen Resveratrol-Pillen.

Quelle: Resveratrol post-transcriptionally regulates pro-inflammatory gene expression via regulation of KSRP RNA binding activity
 
Anmerkung: In Zusammenhang mit Krebs muss stets erwähnt werden, dass die meisten Studien mit Resveratrol in vitro oder in Tiermodellen gemacht wurden. (aus Wikipedia)

Anmerkung 2 in 2014:

Es ist das Geschäft mit der Hoffnung. Hoffnung auf Leben auf der einen Seite und Hoffnung auf richtig hohe Umsätze auf der anderen Seite. Mit Resveratrol selbst lässt sich eigentlich kein Geld verdienen: Es ist ein schon lange bekannter Naturstoff, der sich nicht patentieren lässt und deswegen für Pharmafirmen kommerziell uninteressant ist. Deren Ziel ist es bis heute, Substanzen gegen Erkrankungen zu entwickeln; synthetische Wirkstoffe, die z.B. wie Resveratrol irgendwo in uns und auf uns einwirken. Ein kommerzielles Unternehmen brachte denn auch einen Stoff unter die Leute, dessen „Resvertrol-Wirkungen“ bei Menschen bislang genauso wenig bekannt sind wie die langfristigen Nebenwirkungen.

Aus einem Zitat im Internet, zugegeben ein älteres: Bis jetzt weiß man nur: Resveratrol sei zwar eigentlich gut verträglich, sagt Ulrich Mahlknecht, Mediziner an der Universität Saarbrücken. Bisweilen aber träten Nebenwirkungen wie Elektrolytstörungen, Entzündungen im Hals-Nasen-Rachen-Raum und Hautrötungen auf, bei dauerhafter Einnahme wurden Kopf- und Muskelschmerzen, Müdigkeit und Nebenhodenentzündungen beobachtet. Und: „Ehrlicherweise muss man zugeben, dass Langzeitergebnisse zu Wirkungen und Nebenwirkungen noch immer nicht verfügbar sind“.

Forscher, Wissenschaftler wissen um die Tücken der Wirkstoffentwicklung: dass sich die meisten im Labor geweckten Hoffnungen früher oder später zerschlagen und dass neun von zehn Wirkstoffen nie zugelassen werden.

Meine Meinung:

Ich bevorzuge da doch lieber bestimmte Sorten Rotwein, z.B. die mit einem hohen Resveratrol-Gehalt, aber nicht nur die. Damit ich mich nicht ins Koma saufen muß, um aus dem Rotwein die notwenige heilsversprechende Resveratrol-Wirkung zu beziehen, sollte ich wissen: Nicht nur Wein, sondern auch roter Traubensaft, dunkle Schokolade, Erdnüsse und Himbeeren enthalten Resveratrol.

Manche meinen, die Resvertratrolwirkung aus dem Rotwein reiche nicht aus. Erstmal wofür oder wogegen? Und das mag ja sein, dennoch meine ich, meine Lebensqualität steigt mit einem Glas solchen Rotweins an, es sei denn, ich tränke regelmäßig zuviel davon. Ich gehöre mit dieser, meiner Lebensphilosophie nicht zu den Leuten, die unendlich lange leben wollen. Ich weiß das, aber ist es nicht so: Solche „Überlebens-Menschenkinder“ wissen doch oft nicht, was sie mit einem verregneten Samstag Nachmittag anfangen sollen.

 

Und auch das gehört zu meiner Lebenphilosopie: Wenn denn das Glas Rotwein, meines guten Rotweins mir schmeckt und dass das nachweislich nicht schadet, dann kann ja durchaus mein Glaube an das Resvertratrol im Rotwein "heilen" (was heilen? meinen Prostatakrebs doch wohl nicht? Und das in diesem Zusammenhang oft zitierte eher strapazierte „französische Paradoxon“ steht m.W. im Zusammenhang mit einer geringeren Anzahl kardiovaskulärer Ereignisse in französischen Weinanbaugebieten und nicht mit Krebsverhinderung, aber sicherlich meine Stimmung, meine Zufriedenheit mit dem, was ich habe, nämlich meinem Arrangement mit meiner Krankheit) wie es eine grosse Anzahl Placebo-Studien gegen diverse anderer Substanzen bereits bewiesen haben. Nur für den gläubigen Anwender an die verschiedenen heilsversprechenden Mittelchen kann das mitunter recht teuer werden. Aber das gehört ja auch zum Glauben: Was nichts kostet, kann auch nicht wirken. (Dez. 2014)

Nachtrag

Und noch was aus einem Leserbriefforum: Regelmäßig berichteten bestimmte Printmedien über sensationelle Neuigkeiten aus der Forschung: 2003 über den Gewinn an Lebenszeit bei Rotweintrinkern, den Zweifeln daran im Jahr 2011, möglichen Schwindeleien bei den Experimenten im Jahr 2012, die die ganze Geschichte in Frage stellten, 2013, dass doch etwas Wahres daran sei. Vor einigen Monaten erschien dann die Meldung, dass Resveratrol im Wein keinerlei gesundheitsfördernde Wirkung habe. Soll man solche Berichte dann überhaupt noch ernst nehmen?

 


Dez 2014 WDF

 



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