Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Curcumin hilft Metastasen bei PCa zu verhindern?

02.4.2013

Kurkuma ist nicht nur als Currygewürz interessant.

Ein Forscherteam der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität untersucht, ob das auch im Currygewürz enthaltene gelbe Curcumin die Entstehung von Metastasen bei Prostatakrebs verhindern kann. Die Forscher um Frau Dr. Bachmeier stufen Curcumin aufgrund von Beobachtungen in Mausstudien nicht nur als mögliches Chemopräventivum ein, sondern auch zur ergänzenden therapeutischen Metastasen-Prophylaxe.

Bereits in früheren Studien sei erkennbar gewesen, dass das Curcumin ganz bestimmte Zytokine (Zytokine sind Botenstoff im Zusammenhang mit Entzündungen, hier die Zytokine CXCL1 und -2) hemmt und dadurch ganz erheblich das Auftreten von Lungenkrebsmetastasen bei Brustkrebspatientinnen habe reduzieren können. Jetzt soll geklärt werden, ob und auf welche Weise Curcumin bei der Prävention von Prostatakrebs-Metastasen überhaupt wirksam sein könne.

Das gelbe Curcumin, der bioaktive und entzündungshemmende Stoff aus der Curcumawurzel (Gelbwurzel), wird schon länger in der asiatischen und ayurvedischen Küche verwendet, vornehmlich im Curry-Gewürz. Dosierungen von bis zu 8 g täglich seien unbedenklich, berichtet die Zeitschrift URO-NEWS in ihrer Ausgabe 2013/2. Ernährungsexperten empfehlen hingegen eine tägliche Standarddosierung zwischen 400 und 800 mg, um sich effektiv vor Krebserkrankungen und der Bildung von Metastasen zu schützen. Besonders vorteilhaft sollen Curcuminpräparate mit einer einprozentigen Beimischung von Piperin sein, dem Hauptbestandteil im schwarzem Pfeffer. Piperin könne, so ist zu lesen, die Wirkung des Curcumins noch um ein Vielfaches verstärken.

Lt. Wikipedia findet Curcumin weitreichende Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 100 zur Färbung von Nahrungsmitteln. Außer einer Förderung des Gallenflusses bei hohen Dosen (8 bis 12 g/Tag) und einer dann möglichen Magenverstimmung seien keine Nebenwirkungen auf den menschlichen Organismus bekannt. Die Einnahme gilt daher als unbedenklich. Curcumin wird auch synthetisch hergestellt.

Quelle:
Zeitschrift: URO-NEWS 2013/2 und
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/kontakt.html und
Wikipedia

Meine Anmerkung:
Mir fällt spontan ein anfangs der 2000.er Jahre im Forum des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) populär gemachtes Kultgetränk ein, bestehend aus Tomatensaft, Curcuma, schwarzem Pfeffer und nativem Olivenöl. Weitsicht oder Zufall? (WDF)

Ergänzung:

Curcumin blockiere in Brust- und Prostatatumorzellen ein Molekül namens NFkappaB. Dadurch würde die Produktion der Entzündungsmoleküle CXCL1 und CXCL2 gehemmt. Und genau das führe zu einer verminderten Bildung von Tochtergeschwulsten. Ob Curcumin tatsächlich seine gewünschte Wirkung entfalte, sei über Änderungen an miR181b, einem der MicroRNAs z.B. im Blut des Patienten, feststelltbar, so Privatdozentin Dr. Beatrice Bachmeier.

Curcumin könne schon jetzt für eine vorbeugende Behandlung von Männern mit einer gutartigen Prostatavergrößerung, die möglicherweise später zu Prostatakrebs entarten könnte, eingesetzt werden.

Originalpublikation:

miR181b is induced by the chemopreventive polyphenol curcumin and inhibits breast cancer metastasis via down-regulation of the inflammatory cytokines CXCL1 and -2
Emanuel Kronski et al.;
Molecular Oncology, doi:10.1016/j.molonc.2014.01.005; 2014

23.01.2014 WDF



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