Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

DNA zytometrische Untersuchung

29.4.2013

Kann die Entscheidung für eine Aktive Überwachung durch eine DNA-zytometrische Untersuchung abgesichert werden?

Aus dem BPS-Magazin eine Stellungnahme von Dr. Corinna Schäfer, Berlin:
…alle Mutmaßungen, warum die DNA-Zytometrie Patienten sicherer für das AS (oder AÜ = Aktive Überwachung) identifizieren könnte, beruhen auf so genannten Surrogaten, das heißt: auf (Labor)Messgrößen, von denen wir Ärzte annehmen, dass sie einen Einfluss auf das Krankheitsgeschehen haben könnten, ohne dass wir es genau wissen.
Corinna Schaefer, Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin
TiergartenTower, Straße des 17. Juni 106 – 108, 10623 Berlin
Der SHG-Leiter Dietz aus der Nähe von Karlsruhe vertritt im BPS-Magazin die Meinung: …wäre es ungünstig, wenn der Patient seine Entscheidung allein aufgrund eines Gleason-Scores trifft. Dieses Risiko (Meine Anmerkung: d.h. das Risiko einer Fehlbeurteilung bzw. Fehldiagnose) wird geringer, wenn zusätzlich der DNA-Grad zur Beurteilung der Aggressivität des Tumors herangezogen wird. Die DNA-Zytometrie bietet wichtige Zusatzinformationen zur Vorhersage des individuellen Krankheitsverlaufs und damit zur Entscheidung über eine angemessene Behandlung.
Und weiter sagt Dietz:
Die DNA-Zytometrie kann beitragen, die Entscheidung eines Patienten mit einem „klinisch insignifikantem Mikrokarzinom“ (harmlosen Krebs) der Prostata, für oder gegen die Strategie der Aktiven Überwachung auf eine sicherere, wissenschaftliche Grundlage zu stellen.

Dazu meine Anmerkung: Das mit dem „harmlosen Krebs“ erscheint mir zum Zeitpunkt der Diagnose mittels Biopsie und DNA-Zytometrie als prognostisch zu gewagt. Ich meine, und das habe ich von Prof. Bonkhoff übernommen, erst wenn die Prostata in Scheibchen geschnitten beim Pathologen auf dem Tisch liegt, kann so etwas ziemlich sicher beurteilt werden, aber erst dann. Prof. Bonkhoff zum Thema Diagnose und Therapieentscheidung mittels DNA-Zytometrie: Den peridiploiden DNA-Befund …. mit einem geringen Progressionsrisiko oder einem sogenannten Haustierkrebs gleichsetzen zu wollen, ist unzulässig.

29042013 WDF



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