Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Defensive Therapieoptionen

05.11.2013

Defensive Therapieoptionen
In Medien, Selbsthilfegruppen und selbst im sonst zurückhaltenden Männerkreisen wird die Früherkennung durch Messen des PSA-Wertes zwar manchmal kontrovers diskutiert aber letztlich zunehmend akzeptiert. Gingen vor Jahren gerade mal 17% der Männer zur Früherkennung kennt heute fast jeder zweite Mann seinen PSA-Wert.
Die Folgen: Bei rd. 67.000 Männern wird jährlich Prostatakrebs festgestellt und der Prostatakrebs wird immer jünger, denn immer mehr Karzinome werden auch bei jüngeren Männern entdeckt. Und nicht nur bei denen werden die Fragen nach Vermeidung oder Verzögerung der bisher üblichen und gefürchteten Therapiekaskade –Operieren, Bestrahlen, Hormontherapie usw..immer lauter und drängender.
Die aktuelle S3-Leitlinie bietet hier mit „active surveillance“ (AS) und „watchful waiting“ (WW) zwei „defensive Therapieoptionen“, aber nur beim lokal begrenzten Prostatakarzinom, bei Tumoren mit einem geringen Risikoprofil.
Dennoch, die Vorbehalte bleiben. Studiendaten berichten in verschiedenen Fällen von fast ein Drittel Therapieabbrechern, „weil der Kopf des Mannes nicht mitmacht.“ Diese Männer ließen sich dann doch lieber operieren oder bestrahlen, obwohl das bei einen Niedrig-Risiko-Tumor i.d.R. nur von geringem Nutzen ist.
Quelle: L. Weisbach ? C. Schaefer ? A. Heidenreich
Ein Paradigmenwechsel. Defensive Strategien zur Behandlung
des lokal begrenzten Prostatakarzinoms in der neuen S3-Leitlinie
Urologe 2010 ? 49:199–205 DOI 10.1007/s00120-010-2236-5
c Springer-Verlag 2010



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