Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Xtandi

08.12.2013

Enzalutamid Androgenrezeptorblocker verlängert Leben

Der Androgen­rezeptorblocker Enzalutamid hat in einer randomisierten klinischen Studie die Überle­bens­zeit von Patienten mit metastasierendem, kastrationsresistenten Prostata­karzinom (CRPC), bei denen es unter Docetaxel zum Fortschreiten des Tumors kam, um mehrere Monate verlängert. Die Ergebnisse der  im New England Journal of Medicine publizierten Studie (2012; 367: 1187-1197) hat zunächst in den USA und seit Juni 2013 zur Zulassung geführt.

Enzalutamid bindet stärker am Androgenrezeptor als die uns lange schon bekannten Antiandrogene Flutamid und Bicalutamid. Diese erzielen beim CRPC nur eine geringere Wirkung als Xtandi. Enzalutamid/Xtandi hemmt im Gegensatz zu den uns bekannten AA zusätzlich die Translokation des Rezeptors in den Zellkern und dort die DNA-Bindung.

 

 

 

Mehr Text zu den Studien siehe unter MDV3100.

 

 

Dez. 2013 WDF

Ergänzung, gesammelte Informationen aus Vorträgen im September 2013 auf dem Urologenkongress:

 

Xtandi Wirkmechanismus

Xtandi enthält einen Androgen-Rezeptor-Antagonist. Das Medikament wirkt durch Hemmung der Androgen-Bindung an Androgen-Rezeptoren und hemmt die Androgen-Rezeptor Kerntranslokation und Interaktion mit der DNA.

Der Wirkstoff wird in Form von 40 mg Kapseln viermal pro Tag verabreicht, Gesamtdosis von 160 mg pro Tag.


Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Patienten mit Xtandi statistisch eine signifikante Verbesserung des medianen OS gegenüber den mit Placebo behandelten Patienten zeigten. Das mediane Gesamtüberleben in der Xtandi Gruppe war 18,4 Monate, während es 13,6 Monate in der Placebo-Gruppe war. Über 37% der Patienten mit Xtandi hatten ein geringeres Mortalitäts-Risiko im Vergleich zu Placebo. Die Zahl der Todesfälle im Xtandi Arm betrug 38,5%, während es in der Placebo-Gruppe 53,1% waren.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die während der klinischen Studie gefunden wurden, waren Rückenschmerzen,

Asthenie,

Diarrhoe,

Kopfschmerzen,

Muskelschwäche,

Schlaflosigkeit,

Angstzustände,

Infektionen der oberen Atemwege

Bluthochdruck.

Krampfanfälle

Bei einigen Patienten zeigten andere Behandlungsmethoden und Chemotherapie keine Wirkung mehr.

 

10.07.2013/10.10.2013/30.09.2014 WDF

 

 

Ergänzung - Zulassungserweiterung

 

 

 

eine gute Nachricht:

 

Bisher:

Enzalutamid (Xtandi) war bisher in Europa zur Behandlung erwachsener Männer mit mCRPC zugelassen, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie fortschreitet.


Neu:

Die Europäische Arzneimittelagentur hat am heutigen Dienstag, den 02. Dezember 2014, die Zulassung für Enzalutamid (Xtandi) erweitert, sodass der Wirkstoff jetzt auch zur Behandlung von erwachsenen Männern mit einem metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) eingesetzt werden kann, bei denen eine Chemotherapie noch nicht angezeigt ist.

 

 

 

Kommentar von Prof. Schostak, Magdeburg:

Das Medikament kann nun als Alternative zu Zytiga praechemo bei metastasierten kastrationsresistentem Prostatakrebs verordnet werden.

 

(Anmerkung: bei Patienten, die bisher noch keine Chemotherapie erhalten haben.)

 

 

 

Weitere Ergänzung 2016

Enzalutamid 
verbessert
Lebensqualität,
PSA-Wert und
Prognose
In einer weiteren Auswertung der Daten aus der AFFIRM-Studie zeigte sich,
dass
die mit der Enzalutamid-Therapie erreichte Absenkung des PSA-Wertes
nicht nur einen
kosmetischen Laboreffekt, sondern vielmehr einen Indikator
für eine Lebensverlängerung
darstellt.
Kam es nicht zu einer
PSA-Absenkung, so lag die 12-Monatsüberlebensrate
bei 53% im Vergleich zu 96% bei Patienten mit einer PSA-Reduktion.
 
Quelle: American society of Clinical oncology 
annual meeting 2016

 

 

 WDF 11.09.2016

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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