Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Atrigel-System

24.1.2015

Atrigel-System

Bioabbaubare Polymere können für die Herstellung flüssiger gelförmiger Depotformulierungen verwendet werden. Diese bilden sich erst nach der Applikation als festes Depot aus.

Dunn et al. Entwickelten unter dem Namen Atrigel flüssige Depotformulierungen auf der Basis von PLA als bioabbaubarem Polymer und N-Methyl-Pyrrolidon (NMP) als Lösungsmittel (Dunn 1990). Zur Herstellung der gebrauchsfertigen Suspension wird unmittelbar vor der Anwendung der Inhalt zweier Spritzen vermischt. Nach Applikation diffundiert das Mittel in das umliegende Gewebe. Es bildet sich ein festes Depot, welches den Wirkstoff kontrolliert über einen bestimmten Zeitraum freisetzt.

Das Atrigel-Prinzip wird mit Eligard (Wirkstoff Leuprorelinacetat, 75:25 LA:GA Polymer) für die parenterale ( Anmerkung: Wenn die Arzneistoffe den Magen-Darm-Trakt nicht passieren müssen, um in die Blutbahn zu gelangen, wird diese Applikationsform auch parenteral genannt oder anders formuliert: Parenterale Medikamentenaufnahme umfasst beispielsweise Inhalation und Injektion.) Anwendung eingesetzt. Die gebrauchsfertige Suspension wird unmittelbar vor Verwendung hergestellt und anschließend s.c. (Anmerkung: subkutan) injiziert. Nach der Diffusion des Lösungsmittels in das umliegende Gewebe formt sich ein festes Depot, das den Wirkstoff verzögert freigibt. Das Dosierungsintervall beträgt hier 3 Monate. Bei parenterraler Applikation kann NMP allerdings zu Gewebsreizungen führen. Deshalb sollte wie bei anderen subkutan verabreichten Arzneimitteln die Injektionsstelle regelmäßig gewechselt werden.

Die Eligard-Spritze muß sorgfältig gemischt werden, indem die zusammengeschraubte Spritzeneinheit waagerecht insgesamt etwa 60mal (dauert 1 Minute) hin- und herbewegt wird. So entsteht dann eine homogene viskose Lösung.



Zurück