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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Sequenztherapie

03.4.2015

Text von Dr. Frank Eichhorn, Bad Reichenhall 2015

 



Enzalutamid (Xtandi) nach Docetaxel- und Abiraterone-Versagen beim metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom: Ergebnisse eines erweiterten Zugangsprogramms (D. Thomson et al.)



In der genannten Sequenz sprachen 39% der Patienten auf Enzalutamid an und reagierten mit einem PSA-Abfall > 50 %. Interessant: Patienten, die gut auf Abiraterone angesprochen hatten, sprachen meistens auch besser auf Enzalutamid an als Non-responder.

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Kritik: Trotzdem ist die Ansprechquote eher mäßig. Eine gute Ansprechquote wäre > 50% PSA Abfall be > 50 % der behandelten Patienten.

 

 

 

 

 

 

Wichtige Ergänzung 2015
Informationen aus dem Therapieseminar 09/2015 des Landesverbandes Prostatakrebs NRW e.V.

Sequenztherapie

(aus dem Vortrag von Prof. Steuber, Hamburg)




5 einsetzbare Therapien: Abiraterone, Enzalutamid, Docetaxel, Radium 223, Cabazitaxel
Bis vor einigen Monaten stand auch eine Immuntherapie mit Sipuleucel-T zur Verfügung. Bei einem späten Einsatz beim fortgeschrittenen PCa hatte der Einsatz dieser ImmunTherapie bei uns keinen Erfolg. Wurde vom Markt genommen, ist aber wohl in den USA noch verfügbar. Kosten laut eines im Seminar anwesenden SHG-Leiters: „Bei mir entstanden Kosten in Höhe von 150.000 Euro."
Neue Medikamente nicht für den Einsatz bei nichtmetastasiertem PCA. Prof. Steuber: „Ob man erst mit Abiraterone oder erst mit Enzalutamid beginnen soll, die Frage kann man nicht beantworten. Es kommt auf die Verträglichkeit beim Patienten an. Das Interesse der Herstellerfirmen an einer Vergleichsstudie ist nicht allzugroß zu wissen, welches das bessere Medikament sein könnte." Abiraterone wird mit Cortison kombiniert, das kann das Herz belasten, das Enzalutamid kann Krämpfe auslösen oder Fatigue. Darunter leiden dann „jüngere" Männer, die noch im Berufsleben stehen. Patienten, die bei Kastrationsresistenz als erste Therapie Abirateron erhalten hatten, wiesen ein besseres Ansprechen auf eine Folgetherapie mit Docetaxel als mit Enzalutamid auf. Eine Kreuzresistenz zwischen Abirateron und Enzalutamid, vermittelt durch die Androgenrezeptor-Splicevariante 7, sei eine mögliche Ursache.
Die klassische Rationale, beim wem spricht das eine oder das andere an, gibt es nicht.
Wenn Abiraterone als Erstsubstanz nicht erfolgreich war (nur kurze Ansprechzeit), empfiehlt es sich, als nächsten Schritt eine Chemotherapie zu erwägen.
„Wenn es danach zu einem Fortschreiten der Krankheit kommt, schwimmen wir ein bißchen. Es gibt noch die Möglichkeit eine Chemotherapie zu wiederholen oder das Cabazitaxel einzusetzen. Die Frage ist jedoch, ob die Patienten noch stark genug für die erneute Chemotherapie sind bzw. für das dem Docetaxel ähnlichen Medikament Cabazitaxel." Cabazitaxel wirkt zumeist auch dann noch, wenn Docetaxel versagt, führt zu einer signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens, einem besseren PSA und Tumoransprechen sowie einer verbesserten Schmerzkontrolle. Eine ernste Komplikation von Cabazitaxel ist die febrile Neutropenie. Bei Risikopatienten sollte daher frühzeitig G-CSF(zur Verkürzung des Leukozyten-Nadirs) gegeben werden.
Prof. Steuber: „Wenn alle 5 Medikamente durchlaufen sind, kann man keinen Überlebensvorteil mehr erkennen."

 

  Nov. 2015 auszugsweiser Mitschrieb von WDF




 

 

 

 

 

 

 


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