Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

High-End-Radiotherapie

12.4.2015

...umfasst die Integration biologischer Bildgebung in die Therapieplanung (also z.B. PET-CT oder auf MR-basierte Techniken der Tumorstoffwechselerfassung) ebenso wie die Erforschung adäquater Dosierungsmodelle in Abhängigkeit von der Tumorart. Auslöser ist die Rückkehr zu hohen Einzeldosen, der sog. Hypofraktionierung. ZU diesem Komplex gehören auch die unterschiedlichen Partikelstrahler.

High-End-Techniken:

Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) mit den Verfahren step-and-shoot, dynamische Techniken, VMTA, rapid Arc, Tomotherapie, true-beam

Brachytgherapie zählt zu den hochkonformalen Verfahren, profitiert von der Verwendung höherer, biologisch effektiveren Einzeldosen

Stereotaktische Radiotherapie z.B. CyberKnife

IGRT-Bildgeführte Radiotherapie mit ortsgenauer Erfassdung des Zielvolumens. Das ist ein Problem durch unterschiedliche Füllzustände benachbarter Organe oder durch sonstwie hervorgerufene Tumorbewegungen. Zielvolumenerfassung durch spezielle Röntgenvorrichtungen, Einbringen von Goldmarkern, elektromagnetischer oder lichtoptische Marker, 3D-Oberflächenscanner. Gating (Atemzyklusperiode) oder Tracking (Nachführen des Strahls bei Bewegung) sind weitere Verbesserungen

Autoadaptive Bestrahlung, d.h. der Strahl sucht sich sein Ziel, interfraktionell , also während der laufenden Bestrahlung(hohe Rechenleistung und -geschwindigkeit erforderlich)

Biologische Konformation, d.h. individualisierte Strahlentherapie mit Hilfe von Kernspinspektografischen Methoden

Hypofraktionierung mit Einzeldosen >2Gy und damit verkürzter Bestrahlungszeit
Dazu als Ergänzung (24.03.2017):

J Clin Oncol. 2017 Mar 15:JCO2016717397. doi: 10.1200/JCO.2016.71.7397. [Epub ahead of print]

Randomized Trial of a Hypofractionated Radiation Regimen for the Treatment of Localized Prostate Cancer.

Die Forscher gingen davon aus, dass die Hypofraktionierung gegenüber der konventionellen Fraktionierung in der Wirksamkeit ohne erhöhte Toxizität ähnlich ist. In der multizentrischen randomisierten waren folgende Patienten aufgenommen worden: T1 bis 2a, Gleason-Score ≤ 6 und Prostata-spezifisches Antigen [PSA] 10,1 bis 20 ng / ml, T2b bis 2c, Gleason ≤ 6 und PSA ≤ 20 Ng / ml oder T1 bis 2, Gleason = 7 und PSA ≤ 20 ng / mL. Androgenentzug war während der Therapie nicht erlaubt.
Ergebnis:
Ein Regime mit einer moderat hypofraktionierten Strahlentherapie (RT) von 60 Gy in 20 Fraktionen von jeweils 3 Gy über einen Zeitraum von 4 Wochen ist dem Standardregime von 78 Gy in 39 Fraktionen von jeweils 2 Gy über einen Zeitraum von 8 Wochen bei Prostatakarzinom (PCa) mit intermediärem Risiko nichtunterlegen.
Die hypofraktionierte RT wies eine vergleichbare/weniger späteinsetzende Toxizität wie die Standard-RT auf.
Die Hypofraktionierte RT ist für Patienten bequemer und sollte für Patienten mit einem PCa mit intermediären Risiko in Betracht gezogen werden.

Interoperative Radiotherapie: IORT ist Hypofraktionierung unter maximaler Zeitnähe zur OP, aufwändiges Verfahren, boomende Anwendung beim Mammakarzinom

Partikeltherapie mit Schwerionen, Kohlenstoffionen

 


Schlagwörter:

Hypofraktionierung

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