Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Immuntherapie gegen Prostatakrebs

01.5.2015

 

 

 

 

1. Klinische Studie seiner mRNA-basierten Prostatakrebstherapie

2. Immuntherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs mit Ipilimumab

 

CureVacs neuartige Immuntherapie gegen Prostatakrebs, CV9104, besteht aus sechs RNActive®-basierten Komponenten, die jeweils ein Antigen kodieren, das bei Prostatakrebszellen im Vergleich zu gesundem Gewebe in erhöhtem Maße auftritt. Insgesamt zielt die Studie bei Männern mit progredientem gering symptomatischen und metastasierten CRPC ohne Docetaxel-Therapie darauf ab, klinische Beweise für das Behandlungskonzept von CV9104 zu erbringen. Primärer Endpunkt der Studie ist das Überleben des Patienten. Zu den sekundären Endpunkten zählen progressionsfreies Überleben, zelluläre und humorale Immunantworten gegen die sechs von CV9104 kodierten Antigene und die Verbesserung der Lebensqualität.

 

Tränen in die Augen bekommen manche Onkologen (und nicht nur sie, auch wir Patienten) vor allem dann, wenn es um die Kosten der Immuntherapien geht. Finanzielle Toxizität ist seit einiger Zeit eine gequälte Redewendung.  Auf jährlich 100 000 US-Dollar und weit mehr könnten die Kosten mit Immuntherapeutika steigen, insbesondere dann, wenn mehrere moderne Wirkstoffe kombiniert werden. Das wird für unsere Gesundheitspolitik zunehmend ein Problem, sagt Professorin Solange Peters, Lausanne. 

Die Sorgen sind nicht neu. Seit Jahren wird über „Mondpreise“ selbst für Präparate zu geklagt, deren Nutzen oftmals oder bestenfalls minimal sei. Wenn auch global betrachtet hier oder da unberechtigt, aber die Geldgeber, Abtionäre, Finanziers sind keine Missionare. Sie wollen Rendite. Wie sagte doch ein Wissenscftler so treffend: Mit korrekten moralischen Botschaften schafft man es vielleicht in den Himmel, aber leider kaum in die Herzen von Investoren und Aktionäre. Und dann auch die exorbitanten Entwicklungskosten und hohe Risiken der  Hersteller  müssen auch Platz bei solchen Überlegungen haben.

Ergänzung 2016

 

 

 

Immuntherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

In einer Studie konnten bei Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs durch eine Immuntherapie mit dem CTL-A4-Blocker Ipilimumab keine Überlebensvorteile erzielt werden.

Untersucht wurden rund 600 Patienten, bei denen Prostatakrebs im metastasierten Stadium ohne Weichteilmetastasen diagnostiziert worden war. Die Patienten waren chemonaiv, bei allen war der Tumor trotz Operation und/oder einer Antiandrogentherapie weitergewachsen. Behandelt wurde eine Gruppe mit dem CTL-A4-Blocker Ipilimumab, die andere mit Placebo. Ipilimumab ist ein sogenannter Checkpoint-Blocker. An speziellen Bindungsstellen an T-Lymphozyten des Immunsystems kann er anbinden, woraufhin diese die Krebszellen verstärkt attackieren.

Die Immuntherapie mit Ipilimumab brachte für Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs gegenüber der Behandlung mit Placebo keinen Vorteil im Gesamtüberleben. Hinsichtlich des Zeitpunkts, an dem die Krankheit wieder voranschritt, gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Allerdings reagierten von den Patienten, die mit Ipilimumab behandelt worden waren, erheblich mehr mit einer Senkung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) als von den Patienten in der Placebogruppe (knapp ein Viertel gegenüber acht Prozent).

Quelle: Beer, T. M. et al.: Randomized, Double-Blind, Phase III Trial of Ipilimumab Versus Placebo in Asymptomatic or Minimally Symptomatic Patients With Metastatic Chemotherapy-Naive Castration-Resistant Prostate Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 10. Oktober 2016, doi: 10.1200/JCO.2016.69.1584

 

Text überarbeitet am 03.12.2016 von WDF

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tränen in die Augen bekommen manche Onkologen (und nicht nur sie) vor allem dann, wenn sie an die Kosten der Immuntherapien denken. Von finanzieller Toxizität ist seit einiger Zeit die Rede. Auf jährlich 100 000 US-Dollar und weit mehr könnten die Kosten mit Immuntherapeutika steigen, insbesondere dann, wenn mehrere moderne Wirkstoffe kombiniert werden. 
Die Kosten werden zunehmend zu einem Problem für die Gesellschaften (Professorin Solange Peters, Lausanne). 

Die Sorgen sind nicht neu. Seit Jahren wird über die Kosten geklagt und immer wieder den Herstellern vorgeworfen, „Mondpreise“ selbst für Präparate zu verlangen, deren Nutzen bestenfalls minimal sei. Das mag nicht immer unberechtigt sein; Realität dürfte aber auch sein, dass man es mit korrekten moralischen Botschaften vielleicht in den Himmel schafft, aber leider kaum in die Herzen von Investoren und Aktionäre. Nicht völlig zu Unrecht verweisen außerdem die Hersteller auf enorme Entwicklungskosten, hohe Risiken und auch auf den langfristig wirtschaftlichen Nutzen für die Gesellschaften.

01.05.2015 WDF

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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