Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Hirnmetastasen bei Prostatakarzinom

03.11.2015

 

Ob Patienten mit Hirnmetastasen von einer Strahlentherapie profitieren, hängt unter anderem von der Zahl und Lokalisation der Filiae ab, davon, ob diese mit Symptomen – etwa kognitiven Defiziten – einhergehen und nicht zuletzt auch von der Art und Prognose der Tumorerkrankung

Intrazerebrale Metastasen (Anmerkung: innerhalb des Gehirns) werden bei Prostatakarzinompatienten selten diagnostiziert. Die Autorin berichtet von Autopsieserien mit einer Frequenz von weniger als 5%. Die Behandlungsstrategie zerebraler Metastasen von soliden Tumoren müsse immer individuell festgelegt werden.

Unbehandelt würden die Patienten nach einem Monat sterben, mit hoch dosierten Steroiden und Radiotherapie behandelt läge das Überlebenzwischen drei und sechs Monaten.

 

Bei einzelnen Metastasen würde nach einer Resektion auch ein mittleres Überleben von elf Monaten beobachtet, während eine Resektion im Falle von mehreren Metastasen das Überleben nicht verlängern würde. Dennoch würde ärztlicherseits nicht selten eine chirurgische Resektion auch bei mehreren Metastasen befürwortet.

 

Die Häufigkeit von ZNS-Befall beim Prostatakarzinom steige (Anmerkung: „…gemäss den Erfahrungen an unserer Klinik, Kantonsspital St. Gallen….“) eher an, was wahrscheinlich mit der effektiveren Behandlung, einem längeren Überleben und den besseren diagnostischen Techniken zusammenhängen könnte.

Ausserdem wäre die Chemotherapie mit Docetaxel, die am häufigsten angewendet würde, leider bei Hirnmetastasen ineffektiv, berichtet die Autorin.

 

Aufgrund der steigenden Inzidenz von Prostatakarzinomen und vermehrtenTherapieoptionen bei generell häufig besserem Allgemeinzustand der betroffenen Patienten und verlängerter allgemeiner Lebenserwartung sei beim Neuauftreten von neurologischen Symptomen auch beim Prostatakarzinomen an Hirnmetastasen oder meningeale Metastasen zu denken. Differentialdiagnostisch müssten bei neu auftretenden neurologischen Symptomen jedoch auch ossäre Metastasen in der Schädelbasis und eine Myelonkompressionin Betracht gezogen werden. Je nach prognostischen Faktoren und Lokalisation könne eine chirurgische oder radioonkologische Behandlung erwogen werden.

Schweiz Med Forum 2008



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