Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Hormontherapie verkürzt das Leben?

17.11.2015

Kann Hormontherapie das Leben verkürzen?

Ganz neu ist diese Vermutung ja nicht. Aber jetzt weiß man wohl mehr: In den USA wurden die Langzeitergebnisse einer Studie aus den Jahren 1995 bis 2001 ausgewertet. Bei den Patienten ohne oder mit minimaler Komorbidität wurde die Mortalität durch die zusätzliche ADT deutlich gesenkt. Bei den Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Komorbidität war es genau anders herum: Hier erhöhte die zusätzliche ADT das Sterberisiko, wobei es in erster Linie zu einem Anstieg der kardialen Todesfälle kam. 

Pharmaunternehmen in den USA müssen dort bei den GnRH-Agonisten wie z.B. Buserelin oder Leuprorelinacetat mit einem umrahmten Warnhinweis schon seit 2008 auf ein erhöhtes Risiko von kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt, plötzlichen Herztod oder Schlaganfall hinweisen. Inwiefern diese Risiken den langfristigen Erfolg der Behandlung gefährden, war bislang unbekannt und wegen der langen Überlebenszeiten beim Prostatakarzinom nur schwer abzuschätzen, schreibt das Ärzteblatt im September 2015. Und noch mal das Ärzteblatt: Da die Untersuchung retrospektiv erfolgte und nicht genau bekannt war, worauf die Komorbidität beruhte, kann die Analyse nicht beweisen, dass die kardiovaskulären Risiken der Medikamente für die Übersterblichkeit bei komorbiden Patienten verantwortlich waren.

Quelle: Ärzteblatt; Sept. 2015
Text aufbereitet für die PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld e.V. im November 2015 durch WDF, info@prostata-sh.info



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