Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Hormontherapie kombiniert mit Chemotherapie

13.7.2016

In der sogenannten CHAARTED-Studie wurden 790 Patienten mit neu diagnostiziertem, ossär metastasiertem Prostatakarzinom in zwei Behandlungsarme randomisiert, zum einen alleinige Hormontherapie, zum anderen die Kombination aus Hormontherapie und einer Docetaxel-Chemotherapie. Die Chemotherapie wurde in der Standarddosis 75 mg/m² Körperoberfläche dreiwöchentlich appliziert, wobei insgesamt sechs Zyklen gegeben wurden.

Das Ergebnis zeigte einen signifikanten Überlebensvorteil von 11,7 Monaten zugunsten der hormon-/chemotherapierten Patienten. Eine Subgruppenanalyse konnte vor allen Dingen einen noch erheblicheren Überlebensvorteil bei Patienten mit einer high-volume Erkrankung (≥ 4 Knochenmetastasen, Lungen- oder Lebermetastasen) erzielen. Patienten mit einem low-volume Stadium hingegen, zeigten keinen signifikanten Überlebensvorteil. Basierend auf diesen Daten wurde auch von dem Arbeitskreis Urologische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft sowie dem Arbeitskreis Onkologie der Deutschen Gesellschaft für Urologie die Empfehlung herausgegeben, dass Patienten mit einem high-volume, primär metastasiertem Prostatakarzinom mit einer kombinierten Hormon-/Chemotherapie unter Abwägung von Nutzen und Risiken behandelt werden sollten.

Weiter zeigen die Daten der STAMPEDE-Studie...

( in der STAMPEDE-Studie wurden neben 61 % ossär oder viszeral metastasierten (M+) Patienten auch nicht-fernmetastasierte (M0) Patienten randomisiert, die entweder Lymphknoten-positiv waren (N+) oder aber nach Lokaltherapie ein erhöhtes Metastasierungsrisiko hatten N0M0)

....ausdruckskräftig in die Richtung, dass Patienten mit einer primär metastasierten, hormonnaiven Situation von einer frühen Kombination aus SOC (Androgendeprivationstherapie) + sechs Zyklen Docetaxel im Sinne eines signifikanten Überlebensvorteil von im median 10 Monaten profitieren. Die zusätzliche Gabe von Zoledronsäure konnte weder einen Zugewinn der Überlebenszeit zeigen noch konnte ein Effekt auf die Zeit bis zum Auftreten von skelettalen Komplikationen gesehen werden. Somit sollte das Konzept der Knochenkomplikationsprophylaxe erst bei kastrationsresistenter Erkrankung erwogen werden. Der positive Effekt auf das Rezidiv-freie Überleben bei jedoch fehlenden Vorteil im Gesamtüberleben, lassen derzeit keine Therapieempfehlung zugunsten der Kombination aus Hormon- und Chemotherapie bei nicht metastasierten Hochrisikopatienten zu. Hier muss ein längeres follow-up abgewartet werden. Die hohe Rate an febrilen Neutropenien Grad 3 – 5 von bis zu 12 % sowie therapieassoziierte Todesfälle weisen auf das Risiko einer Docetaxel-Chemotherapie hin.

 

 

Auszug aus: Martini-Klinik • Literatur des Monats Januar 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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