Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Arzneimittelinteraktionen

13.7.2016

 

Die zunehmenden Möglichkeiten in der Behandlung des Prostatakarzinoms bringen neben etlichen Vorteilen bei einem großen Anteil des behandelten Patientenkollektives auch die Gefahr von Wechselwirkungen. In der Regel nimmt ein 65-jähriger Patient durchschnittlich 5 Medikamente gleichzeitig ein. Die meisten Verordnungen gibt es in der Gruppe der 75–84-Jährigen. Im Durchschnitt nehmen 81-Jährige > 6 Medikamente ein. Dabei wurden 36 % der verordneten Präparate von den Studienautoren als verzichtbar angesehen und 30 % als inadäquat für alte Menschen. Bei 10 % waren der Aufnahmegrund die unerwünschten Arzneimittelwirkungen und bei manchen Patienten falsche oder nicht adäquat angepasste Dosierungen, vor allem bei niereninsuffizienten Patienten.

z.B.
Es kann bei der Verabreichung von nichtsteroidalen Antiandrogenen wie z. B. Bicalutamid in Kombination mit Antihistaminika zu einer Zunahme der Nebenwirkungen kommen


Bei der Anwendung von Abirateronacetat zeigen sich vielseitige Wechselwirkungen bei Präparaten unterschiedlichster Wirkungen

 

 

 

Enzalutamid ist ein potenter Enzyminduktor (CYP3A4, CYP2B6, CYP2C9, CYP2C19) und verstärkt die Synthese verschiedener Enzyme. Dadurch kann es bei der gleichzeitigen Verwendung von verschiedenen Präparaten zu einer Wirkungsreduktion oder einem Wirkungsverlust kommen. Es kann folgende Arzneimittel beeinfl ussen: Analgetika

(z. B. Fentanyl, Tramadol), Antibiotika (z. B. Clarithromycin, Doxycyclin), Krebsarzneimittel (z. B. Cabazitaxel),

 

 

 

Beim klassischen Chemotherapeutikum Docetaxel, das über CYP metabolisiert wird, sollte auch bei der gleichzeitigen Anwendung starker CYP3A4-Inhibitoren (s. o.) an eine Dosisanpassung gedacht werden.

Die Therapie mit LHRH-Agonisten weist im Gegensatz zu den aufgezählten Präparaten keine wechselseitigen Abschwächungen oder Potenzierungen der Wirkung auf.

Wichtig:

Um diesen unerwünschten Ereignissen entgegenzuwirken, wird empfohlen, sich vor einer Behandlung eines Prostatakarzinoms einen Überblick über die gleichzeitig vorgeschriebenen Medikamente zu verschaffen.Fragen Sie unbedingt Ihren Arzt!!

 

Mai 2016 WDF

 

 

 

 

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