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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Zweittumoren nach Prostata-Ca.-Bestrahlung

13.7.2016

Bestrahlungen der Prostata wegen eines Karzinoms sind mit der Entwicklung von Primärtumoren etwa der Harnblase und des Rektums assoziiert.

 

d.h. bei Männern mit einem Prostatakarzinom, die bestrahlt werden, ist möglicherweise die Wahrscheinlichkeit für ein Blasen-, ein Rektum- oder ein kolorektales Karzinom signifikant erhöht. Der absolute Unterschied der Erkrankungsraten im Vergleich zu nicht bestrahlten Patienten ist jedoch gering.

 

Kanadische Urologen um Dr. Chistopher Wallis werteten die Daten von 21 der ursprünglich mehr als 3000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen aus, die es bis Frühjahr 2015 gegeben hatte.

Die statistische Berechnung ergab nur für drei Tumorentitäten erhöhte Risiken: Blasenkarzinom sowie kolorektales Karzinom und Rektumkarzinom.

Einschränkend erinnern Wallis und seine Kollegen daran, dass ihnen bei der Auswertung der Daten keine Informationen darüber zur Verfügung standen, ob die Patienten etwa Raucher (wegen des erhöhten Risikos für Harnblasentumoren) oder adipös (wegen Darmkrebs) waren. Sie halten es für sinnvoll, ihre Beobachtung in einer großen prospektiven Kohortenstudie oder in einer internationalen prospektiven Registerstudie zu überprüfen.

Dennoch sollte die Möglichkeit von sekundären Tumoren nach der Bestrahlung vor allem bei Prostatakarzinompatienten, die eine Lebenserwartung von noch mindestens 20 Jahren haben, bei der Therapieplanung berücksichtigt werden.

publiziert am: 10.3.2016 17:30  Autor: Peter Leiner  Quelle: SpringerMedizin.de basierend auf:Wallis CJD et al. Secondary malignancies after radiotherapy for prostate cancer: systematic review and meta-analysis. BMJ 2016; 352: i851. doi: 10.1136/bmj.i851.

Mai 2016 WDF



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