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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Winzige Lymphknotenmetastasen entdecken und operieren

25.7.2016

Mithilfe der „PSMA radio-guided surgery" gehen Mediziner der Technischen Universität München (TUM) neue Wege in der Therapie von Prostatakrebs.

Die nur wenige Millimeter großen oder besser gesagt kleinen Lymphknotenmetastasen wirken im Anfangsstadium unauffällig. Und dann kann es auch noch sein, dass sie an Stellen vorkommen, an denen der Arzt normalerweise nicht suchen würde. Lt. TUM können MRT und CT diese kleinen Lymphknotenmetastasen nicht sicher sichtbar machen

PSMA radioaktiv markierte Moleküle docken, sobald sie sich im Blutkreislaug befinden, an eventuell vorhandene Metastasen an. Mithilfe einer Positronen-Emissions-Tomografie (PET), die mit einer CT oder MRT kombiniert wird, lassen sich die nun eine Zeitlang strahlenden Metastasen sichtbar machen, d.h. der Arzt weiß jetzt, wo sich Metastasen befinden und kann erkennen, ob eine Operation sinnvoll wäre und mit dem Patienten die  Entscheidung für oder gegen einen Eingriff treffen, teilt TUM mit.

Das OP-Verfahren, wir kennen noch den Begriff "Lymphknotenadenektomie" läuft lt. TUM wie folgt ab: Beim OP-Verfahren „PSMA radio-guided surgery" erhält der Patient am Tag vor dem Eingriff eine Infusion mit dem PSMA-Radiomolekül. Während der Operation misst der Chirurg die Strahlung und gibt den Wert über akustische Signale und eine Anzeige an das Operationsteam weiter. „Teilweise konnten durch diese Methode tumortragende Lymphknoten gefunden und entfernt werden, die so klein waren, dass noch nicht einmal unsere PET/MRT-Untersuchung vorab auf sie angesprochen hatte“, erläutert Prof. Markus Schwaiger, Inhaber des Lehrstuhls für Nuklearmedizin.

Veröffentliche Ergebnisse: Die PSMA radio-guided surgery wird am Klinikum rechts der Isar seit 2014 angewandt und nach Angaben der Klinik stetig verbessert. Bisher wurden etwa 60 Patienten behandelt, die Ergebnisse seien vielversprechend. Systematische Nachuntersuchungen in einer Gruppe von 21 Patienten hätten gezeigt, dass bei zehn Patienten der PSA-Wert um mehr als 90 Prozent reduziert wurde. Zwölf Patienten benötigten keine weitere Therapie bei einer Nachbeobachtungszeit von fast einem Jahr.

Quelle: TUM - Urologische Nachrichten 11.07.2016
Text verkürzt und laienverständlich aufbereitet für SHG Prostatakrebs Bielefeld e.V.
von WDF 25.07.2016



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