Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Pembrolizumab

10.6.2017

Keytruda - Pembrolizumab

Die US-Gesundheitsbehörde FDA geht bei der Zulassung eines Krebsmittels neue Wege: Erstmals ließ sie ein Medikament zu, das unabhängig vom Entstehungsort der Erkrankung im Körper eingesetzt werden kann. Die neue Zulassung für Keytruda (Pembrolizumab), ein humanisierter monoklonaler Antikörper, ist ein bedeutender Schritt in der personalisierten Medizin.

Keytruda gehört zu einer neuen Klasse von Medikamenten, die darauf abzielen, das körpereigene Abwehrsystem so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann. Der Wirkstoff in Keytruda, Pembrolizumab, wurde so entwickelt, dass er einen Rezeptor mit der Bezeichnung „PD-1“ erkennt und blockiert. Einige Krebsarten können ein Protein produzieren, dass sich an PD-1 bindet, um die Aktivität bestimmter Zellen des Immunsystems (körpereigenes natürliches Abwehrsystem) auszuschalten, was diese davon abhält, den Krebs anzugreifen. Durch Blockieren von PD-1 verhindert Pembrolizumab, dass diese Immunzellen ausgeschaltet werden, und steigert somit die Fähigkeit des Immunsystems, die Krebszellen abzutöten.

Kriterium für die Behandlung inoperabler und bereits gestreuter solider Tumore  mit der Krebs-Immuntherapie Keytruda (Pembrolizumab) des US-Pharmakonzerns Merck ist die genetische Eignung der Patienten. Über einen genetischen Biomarker kann erkannt werden, ob ein bestimmter Gendefekt, die sogenannte Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) vorliegt. Solche Tumore treten am häufigsten bei Darmkrebs, Krebserkrankungen der Gebärmutterschleimhaut und des Magen-Darm-Bereichs auf, können aber auch bei anderen Krebsarten wie Brust-, Prostata-, Blasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs vorkommen. Keytruda wird als Tropfinfusion in eine Vene einmal alle drei Wochen verabreicht.

Rund vier Prozent aller Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen oder jährlich rund 15.000 bis 20.000 Fälle haben lt. Mitteilung der Studienärzte in den USA die genetischen Eigenschaften, für die die Zulassung erteilt wurde. Tests auf diesen genetischen Defekt kosten zwischen 300 und 600 Dollar.

Auf der Jahresversammlung des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. Ende Mai 2017 in Magdeburg informierte der Urologe Dr. med. univ. Roman Herout vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, über die Studienergebnisse dieser neuen Immuntherapie.

Auf meine Frage, wer denn von dieser Therapie profitiere, ob die Therapie für einen weit fortgeschrittenen Betroffenen mit metastasiertem PK einen Benefit bringen würde, ob es sich dabei einen dünnen oder dicken Strohhalm handeln würde, antwortete Dr. Herout: "...um einen mittleren..."! Meine Anmerkung: Jetzt bin ich nicht schlauer als vorher.

siehe auch in der Infothek:
Bericht vom Besuch des Vortrages: Therapie und Diagnostik, PSMA Nuklearmedizin von Dr. Rahbar, Uniklinik Münster am 30. Juni 2016, 18.00 Uhr bei der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs in Münster

11.06.2017 Wolfhard D. Frost



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