Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

ODM-201

18.6.2017

 

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark Betroffen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Was ist ODM-201?

Bayer und das pharmazeutische Unternehmen Orion Corporation aus Espoo (Finnland) erweitern das globale klinische Entwicklungsprogramm für den neuartigen Androgenrezeptor-Antagonisten BAY-1841788 (ODM-201) bei Prostatakrebs. In der neuen klinischen Phase-III-Studie ARASENS soll der Einsatz von BAY-1841788 bei Männern untersucht werden, die wegen eines neu diagnostizierten metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms (mHSPC) eine Hormontherapie als Behandlung der ersten Wahl erhalten.

In vorklinischen Studien konnte gezeigt werden, dass BAY-1841788 auch an durch die Krebserkrankung veränderte Androgenrezeptoren bindet und nur in geringem Maße die Blut-Hirn-Schranke überwindet.BAY-1841788 (ODM-201) ist bisher noch nicht zugelassen.

Etwa 1.300 Patienten erhalten im Rahmen der Studie randomisiert im Verhältnis 1:1 entweder BAY-1841788 (ODM-201) oder Placebo in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie nach Ermessen der behandelnden Ärzte (LHRH-Agonisten oder -Antagonisten). Die Androgendeprivation darf nicht länger als 12 Wochen vor der Randomisierung begonnen worden sein.

Quelle: Bayer

ODM-201 ist ein neu entwickeltes Medikament. Der Wirkstoff hemmt Rezeptoren der männlichen Geschlechtshormone, die so genannten Androgenrezeptoren. Dadurch blockiert er deren Funktion. Der Androgenrezeptor spielt eine wichtige Rolle bei Prostatakrebs. Das Wachstum der Krebszellen wird durch die männlichen Sexualhormone angeregt. Diese Wirkung wird über die Androgenrezeptoren vermittelt. Hormontherapien zielen darauf ab, diese Aktivierung des Krebswachstums zu verhindern. Das neue Medikament ODM-201 ist speziell entwickelt worden, um das Krebswachstum bei kastrationsresistenten Prostatakrebs zu hemmen. Also bei Prostatakrebs der auf eine Hormontherapie mit bisherigen Standardmedikamenten nicht mehr anspricht. Diese Art von Prostatakrebs wird manchmal auch als hormonrefraktäres Prostatakarzinom bezeichnet. Das neue Medikament ODM-201, soll das Wachstum dieser Art von Prostatakrebszellen besser unterdrücken. Ob durch eine Behandlung mit ODM-201 besser verhindert werden kann, dass der Tumor streut und Metastasen bildet, wird im Rahmen dieser Studie untersucht.

Quelle:
Mai 2017 viomedo UG (haftungsbeschränkt), MEDIZIN VON MORGEN, SCHON HEUTE.

 

siehe auch in dieser Infothek unter "ODM-2301 Studie"



Zurück