Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

TOOKAD

28.2.2018

Entdeckt der Arzt bei einem Patienten Prostatakrebs, dann wird heutzutage nicht immer sofort eine invasive Tumorbehandlung (Operation, Bestrahlung) eingeleitet. Bei nur geringer Aktivität des Tumors, kann die Behandlung aufgeschoben werden; vielleicht ist sie sogra niemals erforderlich. Aber wenn schon "therapiert" werden muß, dann entscheidet sich der Arzt/der Patient in einem solchen Fall zunächst für das sogenannte „aktive Beobachten“.

Eine aus Israel stammende Therapie kann in Zukunft vielleicht vielen jener an Prostatakrebs erkrankten Männern, die unter aktive Beobachtung gestellt werden (nicht jenen, bei denen sofortiges Handeln erforderlich ist) spätere, stärker invasive Eingriffe ersparen. Padeliporfin (Handelsname Tookad) ist der neue Wirkstoff gegen die meistverbreitete Krebsart bei Männern, den Prostatakrebs. Durch seine hohe Löslichkeit und Aktivierung mit Niedrigenergie-Nahinfrarotlicht ermöglicht (Padeliporfin) TOOKAD® einen hochgradig lokalisierten Gefäßverschluss, der eine gezielte Nekrose von Tumorläsionen auslöst und gleichzeitig gesundes Gewebe in der Nähe verschont, sagt der Hersteller Steba Biotech. Vereinfacht ausgedrückt: Der Wirkstoff wird in die Blutgefäße des Tumors injiziert und mit Laserstrahlen aktiviert. Das lässt die Gefäße absterben und kappt die Versorgungswege des Tumors. In der Dermatologie wird diese Therapie bereits zur Behandlung von Hauttumoren eingesetzt.

Die blutgefäßgerichtete, photodynamische Therapie (vascular-targeted photodynamic therapy (VTP)) ist eine neue, gewebeschonende Behandlungsmethode für das niedrig?Risiko Prostatakarzinom. Diese randomisierte Phase?III

?Studie wurde in 47 europäischen Zentren durchgeführt. Die VTP?Therapie war gut verträglich. Die häufigste unerwünschte Nebenwirkung in der VTP ? Gruppe war der Harnverhalt (15 Patienten, schwerwiegend bei 3 Patienten);

Bei allen Patienten war dieses innerhalb von 2 Monaten normalisiert. Diese Therapie könnte eine Alternative zur RPE sein, weil gewebsschonend. Diese photodynamische Therapie könnte auch eine mögliche Alternative anstelle der Aktive Surveillance sein. Zumindest verzögert sich die Krankheitsprogression. Allerdings die Nachbeobachtungszeit ist mit nur 2 Jahren recht kurz.

Quelle Martini-Klinik Hamburg und Pressemitteilung Stelle Biotech.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) hat in seiner Sitzung vom September 2017 empfohlen, Padeliporfin (Tookad, Steba Biotech) zur parenteralen Anwendung als Teil einer auf photodynamischen Therapie bei erwachsenen Patienten mit bisher nicht behandeltem unilateralen Niedrigrisiko-Adenokarzinom der Prostata zuzulassen, die eine Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren haben, sich im klinischen Stadium T1c oder T2a befinden, einen Gleason-Score bis maximal 6, einen PSA-Wert bis maximal 10 ng/ml aufweisen.
Quelle:
Mitteilung der EMA vom 14. September 2017



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