Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Apalutamid

01.3.2018

Apalutamid (nichtsteroidaler AR-Antagonist) reduziert laut Daten der Phase-III-Studie, SPARTAN (Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie von ARN-509 bei Männern mit nichtmetastasiertem [M0], kastrationsresistenten Prostatakarzinom [NM-CRPC]), das Risiko von Metastasen oder Tod um 72 % bei Patienten mit nichtmetastatischem, kastrationsresistenten Prostatakarzinom (CRPC).

PSA-Wert unter der Hormontherapie steigt, obwohl keine Metastasen in der Bildgebung nachgewiesen werden können. Bislang war man ein wenig ratlos, welche Therapie in diesem Falle die richtige ist und deshalb wurden die Patienten beobachtet, bis Metastasen nachgewiesen werden konnten. Die SPARTAN- sowie die PROSPER-Studiendaten zeigten jetzt, dass man ein längeres, Metastasen-freies Überleben bei gleichbleibender Lebensqualität durch die Einnahme des Medikamentes Enzalutamid (auch „Xtandi“ genannt) bzw. Apalutamid (ähnliche Wirkung wie Enzalutamid) erreichen kann.

Nebenwirkungen/Rate Unerwünschter Ereignisse: 45,1% Grad 3-4;  Bei Apalutamid waren höhere Rate von Ermüdung (30,4 % ), Ausschlag (23,8 % ), Stürzen (15,6 % ), Frakturen (11,7 % ) und Hypothyreose (8,1 %) assoziiert.

Zwar ist der nicht-metastasierte, kastrationsresistente Prostatakrebs selten, allerdings ist diese Erkenntnis für die wenigen Betroffenen umso wichtiger, da es bisher keine aktiven Therapieempfehlungen gab.

Quelle: progether

Ergänzung

 

Behandlung von kastrationsresistenten nichtmetastasierten Prostatakrebs (nmCRPC) mit dem neuen Androgenrezeptorblocker Apalutamide

In der jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlichten SPARTAN-Studie verlängerte der Wirkstoff Apalutamid das metastasenfreie Überleben im Vergleich zu Placebo um über 20 Monate 

In der SPARTAN-Studie von Dr. Matthew R. Smith vom Massachusetts General Hospital Cancer Center in Boston, USA, und Kollegen erhielten 1207 Männer mit nmCRPC und einer PSA-Verdopplungszeit unter 10 Monaten (dann gilt das Prostatakarzinom als kastrationsresistent) 240mg Apalutamid pro Tag. Die Vergleichgruppe von 401 Männern erhielt ein Placebo. Alle Patienten erhielten weiterhin eine Androgen-Deprivationstherapie (ADT)

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Apalutamid (Erleada® Handelsname von Janssen) zur Behandlung von Patienten mit nicht metastasiertem Prostatakrebs zugelassen, wenn eine Hormontherapie nicht hilft (kastrationsresistentes Prostatakarzinom). Apalutamid ist ein neues Medikament, das die biologische Wirkung/Aktivität des männlichen Sexualhormons Testosteron verhindert.
Ein Grund für die Zulassung ist, dass Apalutamid das metastasefreie Überleben verlängern kann.
Nach Einschätzungen aus den USA könnten 10 bis 20 Prozent aller Prostatakarzinome kastrationsresistent zu sein, d.h. eine Hormontherapie kann den PSA-Wert dann nicht mehr genügend absenken und der Krebs kann fortschreiten. Oft bilden sich dann schmerzhafte Metastasen. Der neue orale Androgen-Rezeptorinhibitor Apalutamid kann das hinauszögern.

Für Männer mit nmCRPC gibt es derzeit keinen Behandlungsstandard. Bei diesen Patienten steigt nach einer Operation oder Strahlentherapie trotz Androgen-Entzug (ADT) das PSA rapide an. Prof. Dr. Christian Wülfing: „SPARTAN ist eine beeindruckende Studie … das metastasen-freie Überleben ist um zwei Jahre verlängert.

Wer kann von Apalutamid profitieren?
Patienten mit histologisch gesichertem, kastrationsresistenten Prostatakarzinom mit einem hohen Risiko für das Auftreten von Metastasen, definiert als PSA-Verdopplungszeit unter 10 Monaten
Patienten, bei denen der Testosteronwert medikamentös oder chirurgisch abgesenkt kleiner als 50 ng/dl abgesenkt wurde
Patienten mit gutem Allgemeinzustand und angemessene Leber-, Nieren- und Knochenmarksfunktion

Eine weitere Therapieoption könnte das uns schon bekannte Enzalutamid sein, das in der sogenannten PROSPER-Studie untersucht worden war. Dr. Philip Kantoff vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York City. „Sowohl Apalutamid als auch Enzalutamid verzögern die Metastasierung bei Männern mit nmCRPC um beeindruckende 2 Jahre. Beide Medikamente sind biologisch sehr aktiv. Die Ergebnisse geben uns potenziell 2 neue Optionen für Männer mit nmCRPC. Die Verzögerung des Auftretens von krankheitsbedingten Symptomen deutet auf Anhaltspunkte für einen klinischen Benefit hin.“

Lt. Prof. Wülfing könnte das verzögerte Auftreten von Metastasen zumindest die Lebensqualität verbessern, zur Verlängerung des Gesamtüberlebens könne derzeit noch keine Aussage getätigt werden.

Dr. Alexander Kutikov, Leiter der urologischen Onkologie am Fox Chase Cancer Center in Philadelphia ist sicher: „Die berichteten Ergebnisse werden zweifellos die Behandlungsparadigmen für diese Patienten gravierend verändern, die Zeit bis zur Metastasierung verzögern und hoffentlich das Überleben verlängern.“

Quellen:
MedScape
arznei-news
Lanssen
oncotrnds



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