Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Leberrundherd

10.3.2018

Leberrundherd

Die letzte PET/CT Diagnose brachte es bei mir zum Vorschein: Ich habe nicht nur einen fortgeschrittenes Prostatakarzinom, sondern da ist auch was in der Leber, obwohl die die Leber-Laborwerte solches nicht vermuten lassen, denn sie sind innerhalb der Toleranzgrenzen, mittendrin. Meine Unsicherheit bis zur hoffentlich klärenden MRT-Untersuchung in 4 Wochen ist groß.

Ich habe aber erstmal gegoogelt, um zu wissen, was da sein könnte.

Leberrundherde sind relativ häufige Befunde, welche bei Routinesonographien oder anderen bildgebenden Verfahren oft zufällig entdeckt werden. Die Häufigkeit dieser „Inzidentalome“*) variiert dabei in verschiedenen Untersuchungen zwischen 5 und 50 %. Für die Einordnung der Läsionen helfen neben dem sonographischen Bild vor allem Anamnese, Untersuchungsbefund und eine gezielte Labordiagnostik weiter.

*)Ein Inzidentalom ist ein Tumor der Nebenniere oder der Leber, der nur zufällig gefunden wird, da er bei den Betroffenen keine Beschwerden verursacht. Die Inzidentalome haben unterschiedliche Eigenschaften. Sie können gut- oder bösartig sein, Hormone produzieren oder nicht. Die Mehrheit dieser Tumore ist gutartig.

 

Zu den häufigsten benignen Leberrundherden gehören das kavernöse Hämangiom, die fokal noduläre Hyperplasie (FNH) sowie das Leberzelladenom. Die häufigsten bösartigen Läsionen der Leber sind Metastasen (ca. 45 %), gefolgt vom hepatozellulären Karzinom (ca. 28 %, vorwiegend bei Patienten mit Leberzirrhose) und vom cholangiozellulären Karzinom (ca. 4 %) [9]. Unter den Metastasen ist die häufigste Primärlokalisation der Magen-Darm-Trakt (38 %), gefolgt von Lunge, Mamma und Urogenitaltrakt (je ca. 6 %) und Haut (2 %) [9]. Oft ist es jedoch nicht möglich, einen Primärtumor zu identifizieren.

Eine sorgfältige Anamnese kann die Klassifizierung der Befunde erleichtern. So sollte z. B. immer nach einer über einen längeren Zeitraum gehenden Hormoneinnahme (Kontrazeptiva, Anabolika, Antiandrogene) gefragt werden, da für die meisten benignen Tumoren eine entsprechende Abhängigkeit vermutet wird.

Liegt ein Malignom vor, sind die Patienten entweder asymptomatisch oder zeigen eine Allgemeinsymptomatik mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust. Die fokal noduläre Hyperplasie (FNH) ist der zweithäufigste benigne Lebertumor mit einer Prävalenz von bis zu 5 %, der ebenfalls gehäuft bei Frauen vorkommt, in etwa 20 % multifokal auftritt und meist eine Größe von unter 5 cm aufweist. In der Farb-Duplex-Sonographie stellen sich FNH als echoarme bis isoechogene Läsionen dar und können somit gelegentlich schwer oder nicht abgrenzbar sein. Bei atypischem Aussehen (ca. 30 %) sollten weitere bildgebende Verfahren wie CT oder MRT durchgeführt werden.

Bei benignen Leberherden sollte man insbesondere bei großen Läsionen mit raumforderndem Charakter Leberwerte und Lebersyntheseparameter bestimmen. Spezielle Biomarker sind hier nicht bekannt.

Als Lebertumorzentrum wurde mir das Universitätsklinikum Essen, Prof. Schlaak, genannt.

Quelle: Dem Internet entnommen und einer Veröffentlichung in „Der Allgemeinarzt“

09.03.2018 textlich verkürzt und laiensprachlich aufbereitet für die PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld e.V. WDF



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