Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Ältere Patienten und Docetaxel

10.3.2018

Profitieren ältere Patienten von einer modifizierten Docetaxel Gabe?

Die 3-wöchentliche Docetaxel-Gabe gilt als Standard in der Erstlinienchemotherapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC). Eine multizentrische Studie, die von Prof. Dr. Pirkko-Liisa Kellokumpu-Lehtinen vom Department of Oncology am Tampere University Hospital in Finnland geleitet wurde, zeigt jetzt, dass eine zeitliche Verkürzung auf 14 Tage mit gleichzeitiger Dosisanpassung von den Patienten nicht nur besser toleriert wird, sondern auch mit einem verlängerten Gesamtüberleben einhergeht. Die Studie wurde aktuell in The Lancet Oncology publiziert.

 

Männer mit 2-wöchentlicher Docetaxel-Gabe hatten weniger eine Grad 3/4-Neutropenie (Verminderung der Neutrophilenzahlen im Blut) als jene bei 3-wöchentlicher Gabe (36% vs. 53%) und auch weniger häufiger neutropenisches Fiebers (4% vs. 14%;).

Zudem litten die Männer mit der Standardchemotherapie deutlich häufiger an neutropenischen Infektionen oder weiteren Nebenwirkungen wie Nausea (Übelkeit) und Arthralgien (Gelenkschmerzen). Keine Unterschiede gab es hingegen in der Häufigkeit von Anämien und Thrombopenien.

Und das war besonders interessant: Die mittlere (mediane) Zeit bis zur Progression bzw. bis zum Therapieversagen war bei Männern mit 2-wöchentlicher Docetaxel-Gabe im Vergleich zur Standardtherapie länger, auch wenn der Unterschied mit 1.2 Monaten bzw. 0.7 Monaten gering ausfiel.

„Die 2-wöchentliche Gabe einer reduzierten Einzeldosis verbessert aber offenbar die Verträglichkeit der Behandlung. Dadurch sind Therapieabbrüche oder Dosisreduktionen deutlich seltener notwendig, was sich positiv auf den Therapieerfolg auszuwirken scheint“, erklärt der Studienleoiter Kellokumpu-Lehtinen. Sein Fazit: Die 2-wöchentliche Docetaxel-Gabe sei deshalb vor allem für ältere Patienten und jene mit entsprechenden Begleiterkrankungen eine aussichtsreiche Behandlungsoption.

Anmerkung: Ich schließe mich gern der Meinung von Prof. Miller, Charite Berlion an, nämlich aktuell gibt es bereits eine Reihe neuer Medikamente, die deutlich weniger Nebenwirkungen als Docetaxel besitzen, aber mindestens genauso effektiv sind, wie z.B. das Abiraterone.

Aus dem Internet; 09.03.2018 Text verkürzt und laiensprachlich aufbereitet für die PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld e.V. ; WDF

 



Zurück