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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Inkontinenz nach Prostataoperation am häufigsten

13.7.2018

Inkontinenz nach Prostataoperation am häufigsten

Die Inkontinenz belastet den Patienten ganz erheblich und begleitet ihn oft sein restliches Leben. Muß das sein? Nein, denn leider nicht in allen Fällen aber doch in sehr vielen Fällen kann z.B. eine durch Operation oder Bestrahlung beschädigte Blase oder ein Schließmuskel wiederhergestellt werden. Frage: Krebs behandelt, alles gut? Wiederum Nein, denn ein Tumor an der Prostatakrebs kann bei erfolgreicher Therapie dennoch zu äußerst belastenden Nebenwirkungen wie der Inkontinenz führen. Ärztliche Expertise in Bezug auf Chirurgie und Onkologie reicht dann nicht, nachgefragt wird dann dann vom Betroffenen vielmehr die Lebensqualität.

Univ.-Prof. Dr. Wilhelm A. Hübner, Leiter der Abteilung für Urologie am Krankenhaus Korneuburg: „Am häufigsten tritt die Inkontinenz nach Prostataoperation auf, 4 bis 60 Prozent aller Männer, deren Prostata entfernt werden musste, leiden danach an Blasenschwäche.“ Die Häufigkeit sei jedoch glücklicherweise abnehmend, da die Operationstechniken immer besser und damit schonender für die Patienten würden.

Die Ursachen der Harninkontinenz würden von der erwähnten Entfernung der Prostata, einer Schädigung der Blase oder ihres Schließmuskels durch einen operativen Eingriff bzw. Bestrahlung über Einengung der Harnröhre, die zu einer Überlaufinkontinenz führen können, bis hin zu Fistelbildungen zwischen Darm und Harntrakt reichen. „Bei der Stuhlinkontinenz kann der Enddarm durch den Tumor selbst seine Reservoirfunktion verlieren. Oder aber der Schließmuskel bzw. der Enddarm werden durch eine Operation oder durch Bestrahlung geschädigt“, ergänzt die Proktologin Dr. Ingrid Haunold, leitende Oberärztin der Chirurgischen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien und ebenfalls Kongresspräsidentin.

Was man ich als Prostatakrebspatient selbst tun?
Die eigene Psyche stärken und das geht am Besten, wenn man(n) die Inkontinenz nicht als Schicksal hinnimmt, sondern seinen Arzt um Rat bittet. Heutztage gibt es vielfältige Behandlungsmethoden sind vielfältig, unterschiedlich nach der Ursache der Inkontinenz. Ein konsequentes Beckenbodentraining überwiegend zuhause durchführbar könnte in leichten Fällen erfolgversprechend sein. Dann gibt es zahlreiche Möglichkeiten, medikamentös oder operativ zu behandeln.

Mein Fazit (WDF): Ich habe den Eindruck, dass es heute in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle möglich ist, die Harnkontinenz wieder ganz oder weitgehend herzustellen mit neuen Operationstechniken, wie die Implantation von hydraulischen Schließmuskeln, von Schlingen und Bändern, die die Harnröhre stützen. Diese Techniken bedeuten für uns Betroffenen zumeist eine enorme Verbesserung der Lebensqualität. Jedoch die Stuhlinkontinenz macht mir eigentlich das größere Problem. Primär engt sie meinen Bewegungsradius auf eine begrenzte Anzahl an Wegen und Routen ein, wo ich genau weiß, wo eine Toilette in einem Cafe oder Kaufhaus, ein Autobahn-WC oder ein gnädiges einsames Waldstück leicht erreichbar sind. Natürlich gibt es auch "Mittelchen" und Medikamente. Aber da Frage ich mich: Was soll ich denn noch in mich hineinwerfen an Medikation? Es sind doch schon 8 verschiedene Medikamente, die ich bis jetzt zwingend einnehmen muß. 

Quelle: MEDMIX Online-Redaktion

13.07.2018 Überarbeitet, Text verkürzt und laiensprachlich aufbereitet für die PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld e.V. von WDF


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