Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Fortgeschrittener Prostatakrebs

04.8.2018

Fortgeschrittener Prostatakrebs 

Wenn Krebs sich auf einen anderen Teil des Körpers ausbreitet, von wo aus er begann, nennen Ärzte ihn metastasierenden Krebs. Hochrisiko-oder lokal fortgeschrittenen Prostatakrebs haben eine höhere Chance, zu einem metastasierenden Krebs zu werden. Wenn Prostatakrebs ein hohes Risiko hat, metastasiert zu werden oder bereits metastasiert ist, ist es eine gute Idee, mit Ärzten zu sprechen, die Erfahrung in der Behandlung haben. Ärzte können unterschiedliche Meinungen über den besten Standard-Behandlungsplan haben. Auch klinische Studien könnten eine Option sein. Über eine zweite Meinung vor Beginn der Behandlung erfahren Sie mehr über Ihren Krebs, so dass Sie mit Ihrem gewählten Behandlungsplan eher zufrieden sein können.

Für die meisten Patienten ist die Diagnose von metastasiertem Krebs sehr belastend und manchmal schwer zu ertragen. Patienten und ihre Familien werden ermutigt, mit Ärzten, Krankenschwestern, Sozialarbeitern oder anderen Mitgliedern des Gesundheitsteams darüber zu sprechen, wie sie sich fühlen. Es kann auch hilfreich sein, mit anderen Patienten zu sprechen, auch über eine Selbsthilfegruppe.

Es gibt keine Heilung für metastasierten Prostatakrebs, aber es ist oft für eine lange Zeit behandelbar. Viele Männer überleben ihren Prostatakrebs, sogar diejenigen, die eine fortgeschrittene Krankheit haben. Oft wächst der Prostatakrebs langsam und es gibt jetzt wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben noch weiter verlängern. Auf diese Weise kann es sein, als würde man mit einer chronischen Krankheit wie Herzkrankheit oder Diabetes leben, die eine fortlaufende Behandlung erfordert, um Symptome zu minimieren und das Wohlbefinden zu erhalten.

Aus dem Internet, laiensprachlich verständlich gekürzter Text, für die PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld e.V., 04.08.2018 WDF

Ergänzung:

 

Mein Bericht aus Münster

von einem Vortrag von PD Dr. Bögemann - Schlagworte und Notizen

Die frühe Beurteilung eines Therapieansprechens im mCRPC ist bei den verschiedenen Therapiealternativen wichtig. Durch Optimierung der Sequenztherapie kann das Überleben verlängert werden und Nebenwirkungen von den Patienten abgewendet werden.

AR-Splice-Varianten:

Nach gewisser Zeit der Therapie mit Abirateronacetat und Enzalutamid kommt es zum Therapieversagen. Grund: Escapemechanismen; diese betreffen die AR-Signalkaskade

– Veranderungen von AR-Cofaktoren (die fur die aktivitat des AR notwendig sind)

– Ligandensynthese

– Mutation in Ligandenbindungsdomäne

Folge: Deregulation der Genexpression des AR; Splice-Vatianten des Androgenrezeptors
Weiter therapieren mit Cabazitaxel möglich

Abirateron bei Pca ohne vorherige Hormontherapie
Männer mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Prostatakarzinom, die eine Behandlung mit ADT plus Abirateron und Prednisolon erhielten, hatten ein signifikant höheres Gesamtüberlebens und ein signifikant längeres Überleben ohne Behandlungsversagen als bei einer alleinigen ADT Behandlung.

Erste Ergebnisse der STAMPEDE-Studie: Docetaxel und Abirateronacetat plus Prednisolon verbessern das Überleben bei Patienten mit Hochrisiko-Prostatakrebs gleichermaßen

Prostatakarzinom: Enzalutamid vor und nach Docetaxel besser als Abirateron

ASCO 2017 - Hochrisiko-Prostatakarzinom: Abirateron als Zusatz zu langfristiger Androgenentzugstherapie senkt das Sterberisiko um 37 %. „Die einzelnen STAMPEDE-Studien legen nahe, dass Abirateron eine größere Auswirkung auf das Überleben haben kann als Docetaxel. Beide Präparate bieten einen Überlebensvorteil gegenüber der Standardversorgung. Die Studie lässt den Schluss zu, dass man die Behandlung mit beiden Präparaten beginnen kann. Beide Medikamente sind akzeptabel, sodass die Entscheidung von der Verfügbarkeit oder der Patientenakzeptanz/-verträglichkeit abhängig gemacht werden kann.“

PSMA exzellent für die Radionukleidtherapie mit Lutetiumie Bildgebung bei der Überwachung der Primärtherapie sowie bei der Rezidivdiagnostik

Radionukleidtherapie mit Lutetium-177-PSMA-617 zeigt exzellente Ansprechraten bei geringer Toxizität und akzeptablen Nebenwirkungsraten >>Verbesserung der Lebensqualität. Diese Therapie könnte therapeutische Zukunft beim metastasierten Prostatakarzinom sein oder diese zhumindes fundamental verändern.

Pembrolizumab:
Antikörper wie die Immun-Checkpoint-Inhibitoren blockieren auf T-Zellen Schlüsselmoleküle wie PD-1 (Programmed cell death protein 1), PD-L1 (Programmed death-ligand 1) oder CTLA-4 (Cytotoxic T-lymphocyte-associated protein 4). Es kommt zu einer stärkeren Immunreaktion gegen maligne Zellen. Die US Food and Drug Administration (FDA) hat Pembrolizumab unabhängig von der Tumorentität zugelassen. Der monoklonale Antikörper bindet an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen. Liganden wie PD-L1 und PD-L2, die unsere Immunantwort normalerweise drosseln, docken nicht mehr an. Dadurch wird die Fähigkeit unseres Immunsystems, maligne Zellen zu attackieren, verbessert.

Zielgruppe sind „austherapierte“ Patienten, die auf First-Line- oder Second-Line-Arzneistoffe nicht ansprechen. Bei ihnen müssen Ärzte entweder eine hohe Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) oder einen Mangel an DNA-Mismatch-Reparaturproteinen (mismatch repair deficient, dMMR) nachweisen. Ob es sich dabei um metastasierende oder nicht-resezierbare solide Tumoren handelt, ist unerheblich.
Z.Zt. läuft die Rekrutierung für die Studie von Pembrolizumab (MK-3475) Kombinationstherapien im metastatischen Kastration-resistenten Prostatakrebs (MK-3475-365 / KEYNOTE-365)

Der Zweck dieser Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit der Pembrolizumab (MK-3475) Kombinationstherapie bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) zu beurteilen. Es gibt drei Kohorten in dieser Studie mit 70 Teilnehmern, die in jeder Kohorte eingeschrieben sind: Kohorte A erhält Pembrolizumab + Olaparib, Cohort B erhält Pembrolizumab + Docetaxel + Prednison und Cohort C erhält Pembrolizumab + Enzalutamid. Die Ergebnisermittlung wird für jede Kohorte individuell beurteilt.

 

Vorläufige Ergebnisse aus der KEYNOTE-028-Studie

Pembrolizumab produzierte dauerhafte Reaktionen bei den stark vorbehandelten 23 Patienten mit fortgeschrittenem PD-L1-positiven Prostatakrebs. Die Behandlung war mit einem günstigen Nebenwirkungsprofil verbunden. ESMO 2016 /09.10.2016

Bielefeld 01.11.2017 ASF und WDF  

 

 

Die auf dem diesjährigen Asco-Treffen in Chicago vorgestellte Latitude-Studie legt nahe, dass Abirateron zusammen mit ADT der neue Therapiestandard für Patienten mit  unbehandeltem metastasiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom und potenziell für alle  Patienten mit unbehandelten metastasiertem Prostatakrebs werden könnte.
Es wird auch gefordert, daß diese Kombination nicht nur bei Hochrisiko-Patienten sondern vor allem auch im hormonsensitiven Stadium eingesetzt werden soll, was auch durch die Daten der Stampede-Studie untermauert würde.

Zur Erinnerung:
In der Stampede-Studie verbesserte Abirateron zusätzlich zu hormonablativer Therapie (Androgendeprivation,  ADT) bei fast 2.000 Patienten mit nichtmetastasiertem und metastasiertem  Prostatakarzinom das 3-Jahres-Überleben auf 83% im Vergleich zu hormonablativer  Therapie allein mit 76 %. Dies ist eine der höchsten Überlebensvorteile, die jemals in  einer Studie eines soliden Tumors bei Erwachsenen gesehen wurde.

In der Latitude-Studie mit 1.200 Patienten mit  metastasiertem Prostatakarzinom verdoppelte die zusätzliche Gabe von Abirateron  das progressionsfreie Überleben (PFS) von 14,8 Monaten unter hormonablativer  Therapie allein auf 33 Monate. Der Nutzen, den man in dieser Studie vom  frühen Einsatz von Abirateron gesehen hat ist mindestens vergleichbar mit dem  Nutzen einer Docetaxel-Therapie, der in früheren Studien beobachtet wurde. Aber  Abirateron wird besser toleriert, viele Patienten haben sogar keine  Nebenwirkungen.

Bekanntlich übernehmen die Krankenkassen Abirateron zZt erst im kastrationsresistenten Stadium, was wahrscheinlich einer vergebenen Chance gleichkommt, dem Krebs frühzeitig- also im hormonnaiven Stadium- die Stirn zu bieten. Wir warten daher auf eine entsprechende wohl im G-BA zu treffende Entscheidung.

Immerhin gibt es jetzt zu diesem Thema einen kleinen Fortschritt:
Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der Europäischen Zulassungsbehörde EMA hat in ihrer Sitzung vom 12.10.17 die Zulassungserweiterung für Abirateron „zur Behandlung des neu diagnostizierten Hochrisiko-mHSPC (metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom) bei erwachsenen Männern in Kombination mit Androgenentzugstherapie (Androgen Deprivation Therapy, ADT)“ empfohlen. Eine Zulassung durch die Europäische Kommission ist aber noch nicht erfolgt. Abirateron ist also als Arzneimittel in diesem Indikationsgebiet (noch) nicht zugelassen ist. Es handelt sich nicht um einen bestimmungsgemäßen Arzneimittelgebrauch. Der Einsatz eines Arzneimittels in einem nicht zugelassenen Indikationsgebiet liegt somit in der Verantwortung des behandelnden Arztes

Zuständig für die Erstattung im Rahmen eines sogenannten „off-label“ ist die zuständige Krankenkasse.

04.08.2018 überarbeitet für die PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld e.V., WDF
 

 



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