Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Drüsenparenchym

01.1.2007

Gewebe einer Drüse, das für eine bestimmte (spezifische) Drüsenfunktion verantwortlich ist.

Das Drüsenparenchym der Prostata besteht aus 30 bis 50 tubuloalveolären (schmale Röhrchen mit einem säckchenförmigen Ende) Einzeldrüsen, die von fibromuskulärem (muskelfaserigem) Stroma (Bindegewebe/Stützgewebe) umgeben sind und peripher von einer muskulären Kapsel umschlossen werden.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten Drüsen einzuteilen. Das merken wir medizinischen Laien recht deutlich, wenn wir den Bericht des Pathologen lesen. Die nachfolgenden Erklärungen sind für den medizinischen Laien bewußt vereinfacht worden.

A.) nach dem Wohin der Sekretion:
1. endokrine Drüsen: Abgabe direkt ins Blut, daher reich an Blutgefäßen, seltener in die Lymphe und von dort ins Blut z.B. Hypophyse (Zwischenhirndrüse),
2. exokrine Drüsen: Abgabe in ein Organ

B.) nach der Art der Sekretion:
1.) avesikulär: Abgabe des auch elektronenmikroskopisch nicht erkennbaren Sekretes direkt durch die Zellmembran oft mit Hilfe von Transportproteinen; z.B. Testosteronabgabe durch die Leydig-Zellen des Hodens.
2.) ekkrin = merokrin: Abgabe von dünnflüssigem Sekret, z.B. in Schweißdrüsen und Speicheldrüsen.
3.) apokrin: Abgabe von dickflüssigem Sekret, z.B. Brustdrüse (Mamma)
4.) holokrin: ganze Drüsenzellen werden abgegeben.

C.) nach dem anatomischen Aufbau der gesamten Drüse:
1a.) einfach tubulöse Einzeldrüsen,
z.B. Magendrüsen, Drüsen im Dickdarm (Colon), Schweißdrüsen
1b.) verzweigt tubulöse Drüsen, z.B. Drüsen im Zwölffingerdarm (Duodenum), Cowpersche Drüse (das ist die Drüse, die für den sogenannten Lusttropfen beim GV verantwortlich ist)
2a.) einfache alveoläre Drüsen, z.B. kleinste Talgdrüsen
2b.) verzweigte alveoläre Drüsen, z.B. größere Talgdrüsen, Bronchialdrüsen
3.) tubuloalveoläre (schmale röhrchenförmige Drüsen mit einem säckchenähnlichem Endstück) oder tubuloazinöse (schmale röhrchenförmige Drüsen mit einem beerenförmigen Endstück) Drüsen, z.B. Vorsteherdrüse (Prostata)
4.) zusammengesetzte tubulöse Drüsen z.B. Zungendrüsen(Speicheldrüsen)
5.) zusammengesetzte tubuloalveoläre -azinöse Drüsen, z.B. Pankreas,
6.) unizelluläre Drüsen, bestehen nur aus einer einzigen Zelle; z.B. Becherzelle (zur Schleimproduktion)

D.) nach dem anatomischen Aufbau der Drüsenendstücke:
1.) seröses Endstück:
Azinus (kleines Lumen), kugelige mittelständige Zellkerne, Zytoplasma mit apikal gelegenen Sekretvesikeln, dünnflüssiges eiweißhaltiges Sekret, z.B. Glandula parotis, exokrines Pankreas
2.) muköses Endstück: weiteres Lumen als Alveolus (säckchenförmige Gebilde als sekretorisches Ende von alveolären Drüsen) oder Tubulus (schmales Röhrchen), abgeplattete randständige Zellkerne, hell wabiges Zytoplasma, zähflüssiges saure Muzine haltiges Sekret

letzte Aktualisierung im Januar 2007



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