Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

MRT

05.12.2009

Abkürzung für Magnet-Resonanz-Tomographie

Chefarzt Dr. Machtens zu MRT:
Die MRT wird zunehmend zur lokalen Ausbreitungsdiagnostik an der Prostata eingesetzt. Eingeschränkt wird die Aussagekraft allerdings durch eine noch deutlich geringere Spezifität als Sensitivität. Das bedeutet, dass der Vorhersagewert richtig positiver noch deutlich schlechter ist als der für richtig negative Befunde. Allerdings konnte kürzlich gezeigt werden, dass die Interpretation der Untersuchung von entscheidender Bedeutung für die Ergebnisse ist. Erst erfahrene Radiologen, die sich auf die Interpretation von Untersuchungen des kleinen Beckens spezialisiert haben, sind in der Lage mit einer hohen Genauigkeit die Ergebnisse der Untersuchung zu interpretieren.

Obwohl die Kriterien für die Diagnose eines Prostatakarzinoms in der MRT gut definiert sind, schwankt die Genauigkeit in der richtigen Vorhersage zwischen 50-92%. Aus diesem Grund wurde die MRT zunehmend mit anderen technischen Methoden in der Durchführung kombiniert oder durch diese modifiziert.

So kommen heute die Spektroskopie, die 3D MRT mit multiplanaren Schichten, die 3 Teslas Endorektal-MRT und dynamische Studienprotokolle zur Anwendung.

Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ergebnisse, die mit einer 1.5 Tesla Endorektalspule an der Prostata erzielt werden konnten vergleichbar waren mit denen, die durch eine 3 Tesla Oberflächenspule entstanden. Ob es eine Überlegenheit der 3T gegenüber der 1.5 Endorektalspule gibt, ist zurzeit noch nicht geklärt.

Das Prinzip der dynamischen MRT beruht auf der Kombination zwischen einer schnellen Rekonstruktion von Schnittbildern nach der Gabe von Kontrastmittel. Dabei wird in den meist besser durchbluteten Tumoren das Kontrastmittel schneller angereichert, aber auch schneller wieder abtransportiert. Der zeitliche Verlauf dieser Prozesse kann graphisch dargestellt werden und zur Tumordiagnose führen. Das heute am häufigsten zu diesem Zweck genutzte Kontrastmittel ist das Gadolinium. Auch bei dieser Form der MRT liegen bis heute noch keine ausreichenden Erfahrungen vor, um die Nützlichkeit dieses Verfahrens für den klinischen Einsatz abschließend beurteilen zu können.

Die Darstellung eines Prostatakarzinoms gelingt ohne Kontrastmittel nur in den T2 gewichteten Aufnahmen, in denen die Tumoren weniger dicht als das angrenzende gutartige Gewebe zeigt.

Die MRT wird heute klinisch fast ausschließlich zur Erkennung eines extrakapsulären Tumorwachstums und einer Samenblaseninfiltration eingesetzt.

Dieses gelingt mit sehr unterschiedlicher positiver Vorhersagegenauigkeit zwischen 50-92%.

Auch der Nachweis von Tumorrezidiven (neu entstehender Tumor nach Therapie) gelingt nur sehr unzuverlässig.

Neue MRT-Technologie erstmals auf weltweit größtem Radiologenkongress in Chicago präsentiert und in Mannheim implementiert

In Mannheim wurde jetzt (Dez. 2009) ein neues System an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) eingeführt. Die neue Technologie ermöglicht eine individualisierte Behandlung der Patienten und verbessert gleichzeitig die Arbeitsabläufe bei MRT-Untersuchungen erheblich.

Bei dem neuen System handelt es sich um einen MR-Tomographen der Firma Siemens mit einer Magnetfeldstärke von 3 Tesla, der mit zwei innovativen Technologien ausgestattet ist: Tim 4G (Total imaging matrix) und Dot (Day optimizing throughput) Engine. Die Kombination beider Technologien unterstützt den Radiologen bei der automatischen und standardisierten Erfassung aller morphologischen und funktionellen Veränderungen im Körper, die radiologisch messbar sind. Gleichzeitig kann mit dem Gerät die gesamte Ausdehnung der Erkrankung erfasst werden, ohne dass der Patient umgelagert werden müsste - vom Ganzkörperscan bis hin zu kleinsten anatomischen Details, wie etwa dem Innenohr.

Die neue, benutzerfreundliche Dot Technologie navigiert den Untersucher mit Bildern und Text Schritt für Schritt selbst durch komplexe Untersuchungen, vereinfacht das Verfahren und verkürzt die Untersuchungen - zum Wohle des Patienten und der Abläufe in der Klinik.

Während bisher möglichst genaue, organbezogene Darstellungen, wie z.B. des Gehirns, der Leber oder der Prostata angestrebt wurden, so richtet sich jetzt der Fokus auf die Durchführung krankheitsspezifischer Untersuchungen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass weniger eine Körperregion alleine, als vielmehr weitere, von der Erkrankung möglicherweise betroffene, Körperregionen in Kombination untersucht werden. Parallel dazu werden durch neue Softwaretechniken die Untersuchungsprotokolle standardisiert, um Untersuchungen zu generieren, die unabhängig vom jeweiligen Untersucher eine konstante Bildqualität in der dritten und vierten Dimension garantieren. Dabei werden durch grundlegende Änderungen in der Steuerungstechnologie hoch komplexe Arbeitsabläufe derart intelligent unterstützt, dass sie im Medizin-Alltag automatisiert und vorausschauend eingesetzt und besser in eine individualisierte Patientendiagnostik umgesetzt werden können.

weitere Informationen zu MRT siehe
MRT
Magnetresonanztomografie
MRT gestützte Biopsie
USPIO
Vergleich MRT mit PET
Bildgebende Diagnostik bei PK
Kernspin...
Screening und Diagnostik

letzte Aktualisierung im Dezember 2009



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