Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

BPH - operative Verfahren

22.4.2011

TURP -Mit einer Elektroschlinge wird das Gewebe durch die Harnröhre entfernt. Bei Patienten mit Herzschrittmachern ist die Bipolartechnik bevorzugt.

TUIP - Bei der transurethralen Inzision der Prostata hat ein deutlich vorteilhafteres Nebenwirkungsprofil im Vergleich zur TURP.(Dr. Michael Sitz, München)

TUVP - Bei der transurethralen Vaporisation der Prostata wird das Gewebe durch verdampfen erzielt. Eine Resektion findet nicht statt, daher auch kein Material für anschließende histologische Untersuchung (wg. Prostatakrebs).

TUVRP - das ist TURP und TUVP in einem Gerät. Die Experten scheinen noch nicht einig, ob das ein vorteilhaftes System ist.

Adenomnukleation - offene operative Behandlung des benignen Prostatasyndro,selten aber von Vorteil bei sehr großer Prostata

TUMT - Bei der TUMT wird Mikrowellenenergie , also Wärme, eingesetzt. Keine Narkose erforderlich, kein Blutungsrisiko, dafür Harnverhalt (wegen des Anschwellens durch die Erwärmung) häufiger.

TUNA - transurethrale Nadel-Ablation, wobei mittels Radiofrequenz das kranke Gewebe auf über 100 Grad C erhitzt wird. Nach TUNA soll es weniger Ejakulationsstörungen, weniger errektile Dysfunktion und weniger Harnröhrenstrkturen geben.

HoLEP - Der Holmium-Laser entfernt das Gewebe wie bei der TURP durch die Harnröhre. Der Laser und TURP sollen bei gleich effizient sein, allerdings ist der Laser wohl recht teuer und nicht einfach zu erlernen.

KTP-Laservaporisation der Prostata, es laufen Studien (Stand 2007)

Ergänzung

Nach einer systematischen Überprüfung mit Hilfe des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist der G-BA zu dem Ergebnis gekommen, dass nur die Resektion sowie die Enukleation der Prostata mittels Holmium-Laser die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, um als Behandlungsmethoden im GKV-System angewandt werden zu können.

Bei einigen der insgesamt 15 überprüften Methoden konnte der G-BA aus den vorliegenden wissenschaftlichen Unterlagen den Nutzen und die medizinische Notwendigkeit nicht abschließend beurteilen. Die Entscheidung ob weitere Verfahren zugelassen werden wird wegen laufender Studien bis zum 31. Dezember 2016 ausgesetzt. Dies gilt für die Kontakt-Laserablation, die visuelle Laserablation, die photoselektive Vaporisation, die Resektion der Prostata mittels Thulium-Laser und die Transurethrale Mikrowellen Thermotherapie.

Meine Meinung:
Das ist eine fast schon wilkürliche Einschränkung der Versorgungsmöglichkeiten für gesetzlich Versicherte. Selbst wenn wie hier Konsenz unter Experten besteht und Studienergebnisse nach Maßstäben der EBM vorliegen verweigert uns der G-BA anerkannte Therapieverfahren ausserhalb von weiteren Studien. Ich frage mich, ob diese Beschlüsse wohl einen wirtschaftlichen Hintergrund haben?

Der folgende Beitrag befasst sich m it den Vor- und Nachteilen der verschiedenen operativen Verfahren bei BPH IQWiG - Gesundheitsinformationen

aktualisiert im Dezember 2010/April 2011

siehe auch Prostatahyperplasie
oder
Benignes Prostatasyndrom (BPS).


Schlagwörter:

BPH, Prostatahyperplasie

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