Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bisphosphonat Therapie

06.1.2012

Knochenmetastasen beim Prostatakarzinom bedeuten noch lange nicht, eine kurze Lebensspanne zu haben. Sie erfordern aber i.d.R. palliative Massnahmen, z.B. Behandlung von Knochenmetastasen mit einem Bisphosphonat.

Anmerkung:
Eine frühzeitige Erkennung (Diagnose) der Knochenmetastasen ist beim genauen Erfassen der Krankheitsausbreitung unerlässlich. Die meisten Knochenmetastasen machen keine Beschwerden, lediglich bei 4% der Patienten werden die Knochenmetastasen durch Schmerzen erkannt. Knochenmetastasen können auf normalen Röntgenbildern nicht ohne weiteres erkannt werden, daher ist ein übersichtliches Verfahren notwendig. Oft werden die Knochenmetastasen bereits mittels einer Knochenszinitigraphie erkannt. Eine weitere PET/CT Untersuchung kann mit markiertem Fluorid durchgeführt werden.
Eine Bestrahlung von außen ist sinnvoll bei schmerzhaften Knochenmetastasen während die stummen Knochenmetastasen nicht bestrahlt werden sollten, da kein wesentlicher Effekt zu erwarten ist und Knochenmark zerstört wird, das für die Blutbildung benötigt wird.
Um den Knochen insgesamt zu stabilisieren und die Entwicklung weiterer Konchenmetastasen zu verzögern, sollten Patienten mit Knochenmetastasen mit einem Bisphosphonat behandelt werden.
Nach der Detektion von Knochenmetastasen werden Bisphosphonate - Bondronat 6mg oder Zometa 4 mg alle 4 Wochen plus Calcium/VitD gegeben. Vorher wird eine Zahnstatus gemacht und es erfolgt eine Aufklärung über das Risiko von Kiefernekrosen unter Bisphosphonattherapie in 1 - 10 % aller Fälle.

Bisphosphonate greifen an den Körperzellen an, die am Knochenbau beteiligt sind.

Bisphosphonate: Alendronat (oral) Handelsname: Fosamax
Risedronat (oral) Handelsname Actonel
Clodronat (oral und i.v.) Handelsname Ostac
Pamidronat i.v. Handelsname Aredia
Zoledronat i.v. Handelsname Zometa
Ibandronat (oral und I.v.) Handelsname Bondronat

siehe auch Zometa
siehe auch Bondronat
siehe auch Denusomab

Ergänzung:
aus einer Studie (deren Text ich leider nicht mehr finde):
Patienten mit Prostatakarzinom überlebten durch den Einsatz von Bisphosphonaten im Median (im Mittel) etwa 36 Monate nach der Erstdiagnose von Knochenmetastasen.

Grundsätzlich sollten alle Patienten mit Symptomen und auch solche ohne Symptome mit komplikationsträchtiger Lokalisation des Knochenbefalls therapiert werden. Die Häufigkeit und Dauer weiterer Zyklen richtet sich wiederum nach Symptomen, Krankheitsaktivität und der bereits verabfolgten Bisphosphonat-Dosis. Da sich die Bisphosphonate in den Arealen des erhöhten Knochenumbaus anreichern, kommt es häufig zu längeren Remissionen. Eine erneute Therapie nach einem Wiederanstieg der Aktivitätsparameter kann in gleicher Weise wie zu Beginn erfolgen, nach Etidronsäure-Therapie vorzugsweise mit einem potenteren Bisphosphonat. Patienten mit sehr stark erhöhter alkalischer Phosphatase haben häufiger Rückfälle.

Ergänzung- Wechsel von Zometa zu Denusomab

Dazu der Urologe im BPS-Forum:
Ein Vorteil hat Zometa gegenüber Denusomab:
Zometa hat zusätzlich direkt eine apoptotische (krebszelltötende) Wirkung auf das PCA - vor Allem bei höheren Gleasonschores; dieser Effekt konnte bei Denusomab bisher nicht nachgewiesen werden.

Ergänzung 2014:

 

Prostatakarzinom – Knochenmetastasen – Bisphosphonat - Denosumab

Zoledronat vermindert bei Skelettmetastasen als einziges Bisphosphonat signifikant die skelettalen Komplikationen und Schmerzen. Denosumab verringert beim kastrationsresistenten Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen im Vergleich zu Zoledronat die skelettale Morbidität signifikant und reduziert kumulativ die Rate an Skelettereignissen um 18 %.

Es wird empfohlen, alle Patienten mit Prostatakarzinom und Knochenmetastasen mit Zoledronat oder Denosumab zu behandeln, auch wenn keine Symptome bestehen. 

Quelle:
4.8.2014 springermedizin.de, basierend auf Prof. Dr. Dr. H. Link Bielefeld

letzte Aktualisierung im November 2010/Dezember 2011/November 2014 WDF

Meine Anmerkung: Nach 71 Infusionen von jew. 4mg Zometa in der Zeit von 2004 bis 2014 Sommer scheinen sich meine beiden Knochenmetastasen am Sakralgelenk und am Os pubis links skelettiert zu haben, Aussagen nach MRT und GK-Szintigrafie. WDF

 

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Auszüge von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.

 

 

 

 

 

 

 

 



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