Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Transferrin

10.7.2004

Transferrin und Ferritin

Transferrin ist der Trägerstoff von Eisen in der Blutflüssigkeit. Ferritin ist beispielhaft gesagt die Transport-Umhüllung, der Speicher oder der Transportbehälter, um das eigentliche Eisen transportieren zu können.

Eisen wird zum Aufbau des sauerstofftransportierenden roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) benötigt. Eisen wird aus der Nahrung aufgenommen und über das Blut zum Knochenmark transportiert. Dort werden die roten Blutkörperchen aufgebaut und der rote Blutfarbstoff, in den das Eisen eingebaut wird, gebildet Wenn ein rotes Blutkörperchen irgendwann wieder abgebaut wird (so nach 120 Tagen in der Milz) wird das Eisen des roten Blutfarbstoffes wieder frei und über das Blut wieder ins Knochenmark gebracht. Dieser Transport des Eisens im Blut wird mit Hilfe von Transferrin bewerkstelligt. Man nennt das: Das Eisen ist an Transferrin gebunden, damit das Eisen genau da landet, wo es gebraucht wird, und das sind die Zellen, die einen Transferrinrezeptor an ihrer Oberfläche haben. Dort kann das Transferrin samt Eisen andocken.

Transferrin (der Eisentransporteur), Ferritin (der Eisentransportbehälter, der Eisenspeicher) und Eisen (das im Speicher enthaltene Eisen, auch als Speichereisen bezeichnet) geben Auskunft, ob jemand einen Eisenmangel, einen Eisenüberschuss oder einen normalen Eisenstoffwechsel hat.

• Bei Eisenmangel (also wenn man relativ wenig Eisen hat) wird von der Leber viel Transferrin gebildet. Die Leber reagiert damit auf die Eisenverknappung. Deshalb wird die Transferrinsättigung wird bei Eisenmangel also niedrig sein (wenig Eisen, viel Transferrin und damit niedrige Sättigung des Transferrins).

• Bei Eisenüberschuss (wenn man relativ viel Eisen hat) ist das Eisen vermehrt. Die Leber reagiert auf den Überschusszustand und bildet weniger Transferrin (also vermindertes Transferrin); deshalb erhöhte Transferrinsättigung, weil viel Eisen und weniger Transferrin.

Beispiel: Transferrin erhöht - Ferritin erniedrigt - Eisen erniedrigt.

Wobei der Wert des eigentlichen Eisenbefundes unzuverlässig ist. Die Messung von Transferrin, und Ferritin ist aussagekräftiger.

Bei Leberschäden (Hepatitis, akute Nekrose) kann Transferrin frei werden und daher erhöht sein. Bei Infektionen oder bei Tumorerkrankungen kann Transferrin vermindert sein.

Für Ferritin gilt: Ein niedriges Ferritin zeigt normalerweise einen Eisenmangel an. Ein normaler oder hoher Ferritinwert ist nicht eindeutig: Bei einer Reihe von Tumoren ist Ferritin unabhängig vom Speichereisen erhöht. Als Tumorsuchtest soll Ferritin ungeeignet sein.


Schlagwörter:

Eisen, Ferritin, Transferrin

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