Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Orlistat

12.8.2008

Orlistat Ist ein Lipasehemmer und soll die Fettverdauung im Darm stoppen. Die Wirksubstanz hemmt das entscheidende Enzym in der Fettverdauung, die Lipase; ein Teil des konsumierten Fettes passiert dann unverdaut den Magen-Darm-Trakt.

Ob dann die Pfunde purzeln, hängt immer noch davon ab, ob man sich mit einer kalorienreduzierten Diät ernährt! Und, wer einmal mit Xenical (Antiadipositum) anfängt, muss dabei bleiben. Denn nach dem Absetzen des Medikamentes setzt das Fett wieder an. Das Medikament ist rezeptpflichtig.

Anmerkung: Xenikal wird üblicherweise als Medikament bei der Gewichtsreduzierung verwendet. Ihm wird jedoch eine gewisse Wirkung gegen den Prostatakrebs zugeschrieben.

Hinweis:: Das unverdaute Fett soll den Stuhl ölig und richtig stinkt machen, der Stuhl würde sich nicht immer rechtzeitig anmelden und dann in die Hosen gehen.

Frage:: Wie wirkt sich dieses Medikament auf das fettlösliche Vitamin E aus?

Ergänzung:

...aus einer Mitteilungsschrift der rztekammer Baden-Württemberg:

Patienten, die 120 mg Orlistat mit einer Mahlzeit einnehmen, scheiden annähernd ein Drittel des mit der Nahrung zugeführten Fetts wieder aus. Dadurch vermindert sich die Fett- und Kalorienaufnahme.

Für Orlistat liegen randomisierte Langzeitstudien für größere Patientenzahlen vor. Aus einer Metaanalyse von 11 Studien mit einer Nachbeobachtungszeit von mindestens einem Jahr ergibt sich eine zusätzliche Gewichtsreduktion von 2,7 kg (95%-KI 2,3–3,1) gegenüber Plazebo. Während der Phase des Gewichtserhalts – nach erfolgter Gewichtsreduktion – nahmen alle Patienten wieder zu, wobei der Effekt bei der Gabe von Orlistat im Vergleich mit Plazebo um 7 bis 22 % niedriger lag.

Nebenwirkungen.
In der gemeinsamen Datenbank von AkdÄ und BfArM sind seit der Zulassung des Medikamentes 148 Fallberichte mit 487 unerwünschten Wirkungen dokumentiert. Die meisten unerwünschten Wirkungen beziehen sich auf den Verdauungstrakt (schmerzhaftes Abdomen, Pankreatitis, Übelkeit) und Leber- und Gallenveränderungen (Erhöhung der Leberenzyme, Hepatitis). Fettstühle haben unter den Nebenwirkungen einen Anteil von bis zu 50 %.

Therapiekosten.
Die Therapiekosten betragen entsprechend der in den Studien angegebenen Dosierung von 120 mg dreimal täglich (bzw. zu jeder Hauptmahlzeit) etwa 1 200 Euro (N3) für ein Jahr (Stand August 2006).

"Trotz des positiven Einflusses auf einzelne Surrogatparameter erscheint der Nutzen der momentan verfügbaren Therapieoptionen insgesamt noch wenig überzeugend," ist das Fazit der Autoren dieses Beitrages.

Der Urologe f.s. schrieb im BPS Forum:

Das Problem am Orlistat (Xenical) ist, dass die fettlöslichen Vitamine nur noch schwer aufgenommen werden vom Körper - und DAS ist für den PK-Patienten, glaube ich eher von Nachteil (denn Vit. D3 und E gehören dazu!)

Name Synonyme Tages- bedarf Vorkommen Aufgabe im Körper
A Retinol (bzw. Provitamin A) 0,8 mg Milch, Leber, Eigelb, Gemüse, Früchte Sehvorgang, Entwicklung und Differenzierung von Zellen
D Calcitriol 5 µg Lebertran, Milch, Eigelb Kalzium-Stoffwechsel
E Tocopherol 13 mg Getreide Oxidationsschutz
K Phyllochinon 70 µg Gemüse, Leber Blutgerinnung

letzte Aktualisierung im August 2008



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