Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Finasteride und Flutamide

25.12.2008

Finasteride(Proscar) und Flutamide blockieren bei der Hormontherapie die Wirkung des Testosterons ohne Minderung des Testosteronspiegels im Blut. Beide Medikamente werden in Tablettenform verabreicht und sollen weniger Nebenwirkung verursachen.

Finasteride verhindern die Umwandlung von Testosteron in DHT.

Flutamid blockiert die Wirkung von Testosteron und DHT auf Prostata-Krebszellen.

Diese Therapie soll angewendet werden bei Patienten mit einem steigenden PSA-Wert nach Bestrahlungstherapie oder Operation, die vorher nicht mit einer anderen Hormontherapie behandelt wurden.

Die University of California San Franzisco (UCSF) beschreibt die Therapie wie folgt:
Die Medikamente werden solange eingenommen, bis der PSA-Wert auf seinen niedrigsten Punkt (Nadir) fällt, üblicherweise etwa 9 bis 12 Monate. Die Medimamentengabe wird gestoppt und der PSA-Wert engmaschig (monatlich oder 2-monatlich) kontrolliert.
Wenn der PSA-Wert wieder steigt und in etwa die Hälfte des vorherigen Höchststandes erreicht, wird erneut mit der Medikamenteneinnahme begonnen bis der PSA-Wert wieder fällt usw. Das ist ein ungeprüftes Verfahren aber es bringt den Vorteil mit sich von der Hormontherapie über einen Zeitraum von einigen Monaten mit möglicher Verlängerung wegzukommen, bis der Krebs hormonresistent wird.

Ergänzung zu Nebenwirkungen von Flutamid:
Berichtet wurde von Schleimhautblutungen im Zahnfleisch nach Einnahme von Flutamid und Elligard (LHRH).
Abgesehen davon, dass eine unzureichende Vitaminversorgung insbesondere mit Vitamin C der Auslöser sein kann kann man von multifaktoriellen Gründen ausgehen z.B. "Verstopfung" von Blutkappilargefäßen oder Autoimmunreaktionen oder was sehr naheliegend ist von Medikamentennebenwirkungen. Bei der Kombination von Flutamid mit LHRH werden Nebenwirkungen im schweizer Arzneimittelkompendium wie folgt beschrieben:Bei Patienten mit einem Prostatakarzinom, die mit einem LHRH-Agonisten und Flutamid behandelt wurden und bei denen Flutamid infolge fortschreitender Krankheit abgesetzt wurde, ist über das in der Literatur beschriebene Syndrom nach Absetzen der Antiandrogene (Antiandrogen-Withdrawal Syndrom) berichtet worden. Bei diesen Patienten kann es unter Umständen zu einer Verbesserung der Schmerzlinderung und der durch die Krankheit verursachten Anämie zusammen mit einer Abnahme des prostataspezifischen Antigens (PSA) und des Tumorwachstums kommen. Dieser Effekt tritt üblicherweise innerhalb von 1–2 Wochen nach Absetzen von Flutamid auf und kann für mehrere Monate anhalten. Obwohl der dem Antiandrogen-Withdrawal-Syndrom zugrundeliegende Mechanismus unklar ist, lautet die gegenwärtige Behandlungsempfehlung, Flutamid bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom, bei denen ein Rückfall nach kombinierter Androgenblockade aufgetreten ist, abzusetzen.

Störungen des Blutes und des Lymphsystems Selten: Ödeme, Ekchymosen, Lymphödeme

Durchfall (12% teilweise auch mit ausgeprägter Symptomatik), Übelkeit und Erbrechen berichtet. Mit Ausnahme von Durchfall, der unter Kombinationstherapie ca. 3× häufiger auftritt, treten alle genannten Nebenwirkungen unter Monotherapie mit einem LHRH-Agonisten mit gleicher Häufigkeit auf, sind also nicht dem Flutamid-Anteil in der Kombinationstherapie zuzuschreiben.

Eine zahnmedizinische Verlautbarung zu diesem Thema:Das Zahnfleisch - oder auch die Mundschleimhaut generell - wird auch als "Spiegel des Körpers" bezeichnet. Viele Erkrankungen haben deshalb auch ihre Auswirkungen auf die Mundschleimhaut, so z.B. Erkrankungen des Immunsystems, Mangelernährung verbunden mit Vitaminmangelerscheinungen, Stoffwechselerkrankungen (z.B. schlecht eingestellte Zuckerkrankheit), Nikotin- und Alkoholmißbrauch, Medikamentennebenwirkungen (z.B. Kalziumblocker) oder auch virale Erkrankungen (z.B. Herpes).

Aktualisiert im Dezember 2008



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