Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Zeugungsfähigkeit nach Bestrahlung

06.1.2012

Zeugungsfähigkeit nach Bestrahlung, speziell Brachytherapie

Der Umfang an Nebenwirkungen hängt von der verabreichten Strahlendosis und von der Empfindlichkeit der bestrahlten Gewebeart ab. Und inwieweit die Fruchtbarkeit oder Zeugungsfähigkeit durch die Strahlentherapie beeinträchtigt wird, hängt auch sehr vom genauen Ort der Bestrahlung ab. Hier müssen Betroffene mit ihrem Strahlentherapeuten reden.

In der einschlägigen Literatur wird darauf hingewiesen, dass auch bei einer niedrigdosierten Brachytherapie eine Schädigung der Spermien nicht auszuschließen ist. Ettliche Ärzte weisen ihre Patienten deshalb vor einer solchen Therapie auf die Möglichkeit der Spermakonservierung hin.

Die Schädigung des Erbgutes in den Keimzellen kann auch bei Brachytherapie nicht 100%-ig ausgeschlossen werden. Eine Beeinträchtigung der Samenreifung ist möglich. Und das Risiko wächst mit Dauer und Intensität der Bestrahlung.

Die Bestrahlung kann die Produktion unreifer Zellen auslösen, das heißt im Ejakulat fehlen bewegliche, reife Zellen. Das muss nicht dauerhaft und bei jedem Bestrahlten so sein.

Tröstlich: Im Laufe der Zeit soll sich die Qualität der Spermien bei den meisten Männern wieder erholen.

Bei Bestrahlungen im Bereich des Beckens oder der Leiste ist es empfehlenswert, eine Wartezeit von etwa zwei Jahren einzuhalten, um das genetische Risiko möglichst niedrig zu halten, d.h. aus Sicherheitsgründen sollten Betroffene im ersten Jahr nach der Bestrahlung kein Kind zeugen.

Es gibt aber nach meinem Wissen z.Zt. keine Statistik über eine Missbildungsrate bei den Nachkommen der wegen Prostatakrebs bestrahlten/behandelten Männer.

Ich habe gelesen, weiß aber nicht mehr wo, dass die Samenqualität bei Männern mit Prostatakrebs oft schon vor der Therapie (Bestrahlung) reduziert gewesen sein soll.

Texte zusammengestellt von Wolfhard D. Frost



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