Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

MR-Tomographie (MRT)

09.4.2011

MR-Tomographie (MRT) zur Diagnostik des PCa

Kurzfassung für Schnell-Leser:
Die MRT-Untersuchung, sog. Kernspin, ist eine strahlungsfreie Methode. Wegen der relativ hohen Kosten sollte sie erst nach nicht eindeutigen Sonographie-Befunden eingesetzt werden. Durch die zusätzliche Verwendung einer Magnetspule, die in den Enddarm eingeführt wird (Endorektalspule), können die Bildauflösung gesteigert und verdächtige Bezirke unter 5 mm Durchmesser abgebildet werden. Ein weiterer Vorteil der MRT ist die Darstellung der Lymphknoten in der Umgebung der Prostata (regionäre Lymphknoten), welche für die Stadien-Einteilung des P-Ca wichtig ist.

mehr im Folgenden:

MRT insbesondere in Verbindung von Endorektalspule und Phased-array-Spule ist nach Expertenmeinung den sonographischen Verfahren überlegen sowohl in der Tumorentdeckung als auch bei der Lokalisation. Das gilt insbesondere hinsichtlich der Erkennung kleinerer Prostatakarzinome. Das ist interessant für Betroffene bei einem unklaren oder negativen Tastbefund, bei denen eine Biopsie ansteht. Ist schon eine Biospie durchgeführt worden, macht eine MRT erst nach 3 Wochen einen Sinn, da eine Beeinträchtigung des Ergebnisses durch Reste der Blutungen (ausgelöst von der vorherigen Biopsie) zu erwarten sind. Mittels MRT kann zwischen benignen (BPH) und malignen (PCa) Befunden unterschieden werden.

Ein PCa im Stadium T1 ist derzeit mit bildgebenden Verfahren auch nicht mit MRT darstellbar.

Einen Schritt weiter geht die hochauflösende MR-Spektroskopie (MRS) zur Untersuchung der Prostata. Sie basiert auf einer 3-dimensionalen-spektroskopischen-Protonenbildgebung (3D-MR spectroscopic imaging, 3D-MRSI). Die Darstellung von Volumenelementen ab 0,24cm3 ist möglich. Prostatakarzinome zeigen in der MRS typische Veränderungen, nämlich eine Reduktion des Citratgehalts und eine Anhebung des zellmembraneigenen Cholingehalts. Die 3D-MRSI ist deshalb hilfreich zur Tumoridentifikation und –lokalisation.

MRT-Probleme:
Der apparatetechnische und zeitliche Aufwand sowie fehlende Standards sind jedoch noch Hindernisse hinsichtlich einer breiten Anwendung.

Ein Problem bei allen MRT Untersuchungen bei Patienten mit künstlichen Hüftgelenken ist nach Aussagen von Experten, dass die Aussagekraft der MR Untersuchung durch das Hüftgelenk verschlechtert wird.

Nach mir vorliegenden Informationen aus Juni 2004 (Vortrag von PD Dr. J. Scheidler in Bad Reichenhall) dauert eine prostataspezifische Untersuchung im MRZ (Radiologisches Zentrum München, Webseite http//:www.rzm.de) etwa 2,5 Stunden. Die Kosten wurden damals mit rd. 1250 Euro beziffert.

Weitere Informationen in der Fachzeitschrift Der Radiologe (Band 43, Heft 6/2003, S.464–473)

MR-Tomografie

September 2004/April 2011

Ergänzung eines Experten in einem anderen Forum, der auf die Frage: Kann man bzgl. Metastasendiagnostik mehr dem PET oder dem Kernspin trauen ? antwortete:

Im Gegensatz zum PET, wo metabolische Prozesse abgebildet werden, hat man beim MRT eine direkte Abbildung der Antaomie. Hierdurch kann ein erfahrener Radiologe mit großer Sicherheit Veränderungen feststellen und dokumentieren. Ich würde dem MRT mehr trauen als dem PET.

Zur Kontrolle der Knochenmetatstasen würde ein viel Billigeres Knochenszintigramm komplett ausreichen. Die weichteile können mittels des MRT gut beurteilt werden

Ggf. kann man durch konventionelles Röntgen die fraglichen Befunde bestätigen oder widerlegen.

Ergänzung:
Ein Fachmann (-arzt) zur MRT:
Die MRT von einem erfahrenen Radiologen durchgeführt und beurteilt kann eine fortgeschrittene Erkrankung sehr gut anzeigen. Auch frühe Stadien können entdeckt werden und dann gezielt biopsiert werden, da eine Therapie nur nach histologischer Sicherung der Diagnose durchgeführt wird. Im Umkehrschluss sieht es jedoch nicht ganz so gut aus. Eine negative MRT schließt einen Tumor nämlich nicht aus. Selbst wenn die MRT negativ ist, würde ich bei einem verdächtigen PSA-Wert (Anmerkung: im Beispiel war es 14) eine Biopsie empfehlen.

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letzte Aktualisierung im Juni 2010



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