Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Nebenwirkungen bei Therapien des PCa

09.2.2010

Alle wirksamen Tumortherapien haben Nebenwirkungen. Allerdings gibte es heute Medikamente, mit denen die Nebenwirkungen verhindert oder gemindert werden können.

Auch wenn die Therapien beim Prostatakarzinom allgemein als eher milde einzustufen sind, wird der Körper gestresst. Folgen von Bestrahlungs- oder Chemotherapien sind z.B. Reizung der Darmschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle.

Es kann zu einer Verringerung der weissen Blutkörperchen kommen und damit zu erhöhtem Risiko für Infektionen, d.h. das Immunsystem ist beeinträchtigt.

Die Produktion roter Blutkörperchen kann durch die Tumortherapien ebenfalls gestört sein. Es entsteht eine Anämie (Blutarmut). Und das wiederum führt zu Abgeschlafftheit und Müdigkeit.

Jahrelang ständig (fast täglich) wiederkehrende Hitzewallungen bis hin zu massiven Schweissausbrüchen sind die Folge von totaler Androgenblockade oder der Orchiektomie.

Eine wenig gesunde Lebensweise mit Nikotin, Alkohol und Stress tut dann noch ihr übriges.

November 2004

Nachtrag:
Eine von Ärzten erstellte Zusammenfassung und der Kommentar des Herausgebers des „New England Journal of Medicine“; Journal Watch (General)October 19, 2004

Widrige Auswirkungen von Prostatakrebsbehandlungen

Veröffentlicht am 21.12.2004 Zusammenfassung

Forscher von Prostatakrebs Ergebnisstudien verfolgen Langzeitnebenwirkungen bei Patienten, die sich bei einem lokalisierten Prostatakrebs entweder einer radikalen Prostatektomie oder einer Strahlentherapie unterzogen haben. Über Ergebnisse nach einem Zweijahreszeitraum wurden bereits vor ein paar Jahren berichtet (Journal Watch Oct. 31, 2000); jetzt berichten diese Forscher über die 5-Jahres-Ergebnisse von 901 Männern, die sich der Prostatektomie unterzogen hatten und 286 Männern, die eine externe Strahlentherapie erhalten haben, die jedoch sonst unter klinischen und demographischen Aspekten untereinander vergleichbar waren.

Nach 5 Jahren hatten die prostatektomierten Patienten eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit von schwerer Inkontinenz (keine Kontrolle oder häufigen Harnverlust) als die bestrahlten Patienten (15% gegenüber 4%). Die mit Strahlen behandelten Patienten wiesen jedoch gegenüber den prostatektomierten eine größere Wahrscheinlichkeit von dringenden Darmentlehrungsbedürfnissen (29% gegenüber 19%) oder schmerzhaften Hämorrhoiden auf. Sexuelle Aktivitäten und das Interesse daran nahm in der Gruppe der mit Strahlen behandelten Patienten während der 5 Jahre allmählich ab; bei den operierten Patienten hingegen gab es während der ersten 6 Monate einen starken Abfall der sexuellen Aktivität und des Interesses, aber dann verbesserte sich dies allmählich. Nach 5 Jahren war etwa die Hälfte der Patienten in beiden Gruppe sexuell inaktiv.

Kommentar

Diese Ergebnisse helfen die widrigen Konsequenzen nach Prostatektomie und Bestrahlung bei Prostatakrebstherapien zu quantifizieren. Da es weiterhin unklar bleibt, ob die Gesamtüberlebenszeit bei beiden Therapiearten die gleiche ist, sind deren widrigen Auswirkungen sehr wichtige Erwägungen für Patienten, die dabei sind, sich zwischen diesen beiden Therapiearten zu entscheiden.
— Allan S. Brett, MD

Quelle Potosky AL et al. Five-year outcomes after prostatectomy or radiotherapy for prostate cancer: The Prostate Cancer Outcomes Study. J Natl Cancer Inst 2004 Sep 15; 96:1358-67.

Mein Kommentar: Keine Therapie ohne Nebenwirkung!
Ein Experte sagte: Es gibt keine Behandlung ohne Nebenwirkungen, ausser "Active Surveillance". Jede Behandlung, die keine Nebenwirkung verursacht, verursacht auch keine Wirkung.

So schonend wie gesagt sind die Strahlentherapien auch nicht, sonst würden sie den PK nicht besiegen können. Ixch denke da an das permanente und mich sehr belastende Stuhlschmieren.
Und im übrigen:
hohe Komplikationsraten nach Prostatektomie sind nach wie vor durch mangelnde Ausbildung und Übung der Operateure erklärbar
(WDF)

weitere Infos zu Nebenwirkungen unter dem Begriff "Bestrahlung und Nebenwirkungen" in dieser Datenbank.

letzte Aktualisierung im Februar 2010

Ergänzung 2016

Nach einer Prostatektomie mit der nichtvermeidbaren Verkürzung der Harnröhre und folgender Antiandrogentherapie (Hormontherapie) verschwindet ein ohnehin kurzer Penis im Hodensack, wird der Penis schlicht alltagsuntauglich: Mann kann nicht mehr unfallfrei pinkeln. Und das von den Damen so sehr eingeforderte Pinkeln im Sitzen funktioniert auch nicht, denn das kurze Reststück Penis pinkelt unter der Sitzbrille hindurch. Wenns gut geht nur in die runtergelassene Hose, im schlechteren Fall läuft die Harn-Choose hinunter auf den Boden des Badezimmers, bzw. der Toilette. Ärger ist vorprogrammiert.

27.11.2016 WDF 



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