Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Biofeedback-Training gegen Inkontinenz

23.8.2005

Viele Männer neigen dazu, die Symptome einer Inkontinenz, wenn sie einige Zeit z.B. nach der OP oder der Bestrahlung wieder oder erstmalig auftreten, zu bagatellisieren, zu verdrängen oder zu leugnen. Das ist pure Angst vor dem Verlust der sozialen Kontakte, Angst vor Ausschluß aus dem Bekannten- und Freundeskreis, Angst vor mangelnder Akzeptanz im Umfeld. Die Inkontinenz löst dabei häufig ein Gefühl der Entwürdigung aus – das Selbstwertgefühl des Betroffenen wird erheblich gemindert. Aus Selbstschutz versuchen viele inkontinente Männer, ihr Leiden als unkorrigierbaren Schicksalsschlag anzusehen. Andere entwickeln Aggressionen. Erst mit zunehmendem Leidensdruck, ausgelöst durch die vielen Inkontinenz bedingten Einschränkungen im alltäglichen Leben, ist der betroffene Mann dann endlich bereit, Lösungsstrategien zu suchen und anzunehmen. Eine davon ist das Biofeedback-Training.

Da der Beckenbodenbereich nur selten bewußt aktiviert wird, nehmen die meisten Männer diesen Muskelbereich kaum wahr. Das heißt, inkontinente Männer müssen erst lernen, diese Muskeln zu fühlen und zu bewegen.

Beim Biofeedback-Training der Beckenbodenmuskulatur wird die Muskelbewegung mit Hilfe von akustischen und optischen Signalen wirksam unterstützt und überwacht. Ziel: bessere Wirksamkeit bei der Behandlung von Inkontinenz

Auf einem Bildschirm werden die Messergebnisse von Muskelanspannungen z. B. in Form einer Kurve sichtbar. Verändert sich die Muskelspannung, so verändert sich auch das Bild der Kurve. Übende bekommen so direkt eine Rückmeldung (Feedback)über die Anspannung und über die Entspannung der Beckenmuskulatur beim Beckenbodentraining. Gemessen wird über einen Sensor im Anus.

Zum wirkungsvollen Training gehört auch die richtige Atemtechnik.

Wichtige therapeutischen Maßnahmen bei Inkontinenz:

- Beckenbodentraining,
- Bio-Feedback
- Elektrotherapie,
- Fußreflexzonentherapie,
- Miktionstraining

Und das sind die Fragen, die der Arzt/Urologe vor einer therapeutischen Maßnahme gegen die Inkontinenz vermutlich stellen wird:

1. Wie oft müssen Sie während des Tages Urin lassen?
-Jede Stunde
-Alle 2 Stunden
-Alle 3 Stunden
-Noch seltener

2. Wie oft müssen Sie während der Nacht Urin lassen?
-0-1mal
-1-2mal
-2-4mal
-mehr als 4mal

3. Haben Sie nach dem Wasserlassen das Gefühl einer nicht vollständig entleerten Blase?
-Nein
-Ja
-Manchmal

4. Kommt es bei Ihnen zu ungewolltem Urinabgang?
-Nie
-Manchmal
-Jeden Tag
-Mehrmals täglich

5. Wie groß sind jeweils die Urinmengen beim Einnässen?
-Nur wenige Tropfen
-Wäsche wird feucht
-Wäsche wird naß

6. Bei welchen Gelegenheiten kommt es zu ungewolltem Einnässen?
-Beim Husten, Niesen oder Lachen
-Beim Sport
-Bei körperlicher Anstrengung
-Bei Kontakt mit kaltem Wasser
-Beim Heben schwerer Lasten
-Bei Aufregung
-Im Schlaf
-Ohne jeden Anlaß

7. Seit wann haben Sie diese Beschwerden?
-Seit ____________
-Es begann ganz plötzlich
-Es begann ganz allmählich

8. Müssen Sie sofort zur Toilette gehen, wenn Sie Harndrang haben?
-Ja, sofort
-Möglichst bald, innerhalb von ca. 10 Minuten
-Oft erreiche ich die Toilette nicht mehr rechtzeitig
-Ich kann auch länger warten

9. Kommt es vor, daß Sie plötzlichen Harndrang verspüren und gleich darauf Urin verlieren, ohne es verhindern zu können?
-Nein
-Selten
-Oft

10. a) Spüren Sie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen?
-Nein
-Ja
-Manchmal
b) Können Sie den Harnstrahl unterbrechen?
-Nein
-Ja

11. Hatten Sie eine Bauch- oder Unterleibsoperation?
-Nein
-Ja
-Welche?

12. Benutzen Sie Vorlagen/Binden?
-Nein
-Ja ______ Stck pro Tag;
-Ja ______ Stck pro Nacht

August 2005


Schlagwörter:

Biofeedback, Inkontinenz, Prostata

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