Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

TUR-P

29.12.2011

heißt
Transurethrale Prostata Resektion

durch die Harnröhre hindurch wird die Prostata entfernt.

Ergänzung 1 :
Nachweis von Prostatakarzinomen nach TUR-P bzw. Prostata-Adenomektomie und vorausgegangener negativer 10-fach Prostatastanzbiopsie, Berdjis N., Marghawal D.S., von Knobloch R. Franziskus-Hospital gem. GmbH, Klinik für Urologie, Bielefeld, Germany - Urologenkongress 09/2008 in Stuttgart

Trotz negativer Prostatabiopsie im Rahmen einer TUR-P bzw. Prostataadenomektomie wird in immerhin 9,2 % der Fälle immer noch ein PCa gefunden, wobei dieses dann meist ein kleines Tumorvolumen und ein günstiges Gleason-Grading aufweisen.

Ergänzung 2:
Die histopathologische Auswertung der Resektatspäne nach einer TUR_P ergab ein inzidentelles Karzinom T1b Gleason 3+4=7 bei einem vorher festgestellten PSA-Wert von 2,9 ng/ml, Postatavolumen 30ccm und ausgeprägte Verkalkungen.

Wie geht es dann weiter?

Der Urologe rät: Abwarten.
Wenn PSA nach ca. 3 Monaten unter 1 fällt, weiter abwarten und beobachten.
Sollte PSA jedoch nur gering fallen, dann kann man das als einen indirekten Hinweis ddeuten, dass vom Prostatakrebs "nur die Spitze des Eisberges" entfernt wurde. Dann sollte von der nach TUR-P verbliebenen "Restprostata" noch eine Biopsie durchgeführt werden, um möglichst viel über die tatsächliche Ausdhenung/das wahre Ausmass der Erkrankung herauszufinden. Nach dem Befund richtet sich die dann folgende Therapie aus.

Der Strahlentherapeut rät: Es kommt darauf an.
Bei einer statistisch wahrscheinlichen Überlebenszeit von 10 und mehr Jahren sollte eine Therapie gewählt werden, die eine längerfristige Tumorkontrolle ermöglicht. Und das wäre eine Strahlentherapie.
Bei einer statistisch wahrscheinlichen Überlebenszeit von deutlich weniger als 10 Jahren oder wenn andere schwerwiegende Krankheiten vorhanden sind, die ein längerfristiges Überleben in Frage stellen, dann kann man auch eine Therapie überlegen, die den Patienten in der Situation so wenig wie möglich belastet, nämlich Abwarten und bei steigendem PSA (also bei Bedarf) eine Hormontherapie beginnen.

Ergänzung 3
Auf die Frage: Gibt es Richtwerte wie stark sich der PSA Wert nach einer TURP bei BPH und PCA gegenüber dem Anfangswert verändert?
Antwortete Prof. Schostak aus Magdeburg im BPS-Forum: "Richtwerte" gibt es nicht, aber etwas Literatur (Achtung: alles bezieht sich auf eine Resektion bei GUTARTIGER Vergrößerung):
Das PSA sinkt im Mittel nach einer TUR-P um 67% (Hosseini J Urol 2005) bzw. 0,18ng/ml pro reseziertem Gramm BPH (Furuya Int J Urol 2000)
Bei einer KTP-Laserevaporisation ist es nur etwa die Hälfte: 35% (Shim, Koorean Urol 2010).

Der Urologe im BPS-Forum schreibt:

Ich sehe in aller Regel bei meinen Patienten, wenn sie gut operiert sind - d.h. nur noch die Kapsel steht (sonografische Restprostata max. 10-12 Gr.), dass die PSA unter 1.0 fällt. Bleiben PSA-Werte über 2 sind entweder sichtbar Prostatitisreste (Steinnester u.ä.) vorhanden oder ein unentdecktes Prostatakarzinom

letzte Aktualisierung im Februar 2009/im Dezember 2011



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